SEA interkulturell

  • HOME
  • Login
  • Kontakt
  • Spenden
  • Über Uns
    • Vision-Auftrag
    • Geschichte
    • Team
    • Partner werden
    • Beziehungen zur SEA
    • Verhaltenskodex
  • IK-Adressen
    • IK-Adressen
      • Internationale Kirchgemeinde
      • CH Kirchgemeinden
      • Netzwerke
      • Organisation / Werk
      • Gemeindeverband
      • Ausbildung
      • Kinder / Jugendorganisation
      • Lokales Projekt / interkulturelle Initiative
      • Hauskreis / Kleingruppe
      • Gebetsgruppe
  • Angebote
    • Interkulturell Podcast
    • Kurs – Same but different
    • Kirche – Same but different
    • Cultures – Intercultural Leadership Training
    • Weiterbildungen
    • www.flüchtlingen-helfen.ch
    • Flüchtlingssonntag
    • International Leaders Meeting
  • Events
  • Partner
  • Partner-Netzwerke
    • African Link
    • christ4afghans
    • Kids & Youths interkulturell
    • Christlich Albanisches Netzwerk CANS
  • News
  • Logo_Telegram
  • spotify-icon
Rückblick: Kirche – fit für die Zukunft: Migranten wirken mit!
>
News

Rückblick: Kirche – fit für die Zukunft: Migranten wirken mit!

Januar 22, 2020 by

Unsere Vision lautet: «Wir wollen dazu beitragen, dass Menschen mit Migrationshintergrund in der Schweiz – gut 37% der Schweizer Wohnbevölkerung-  Christen kennen lernen, die ihnen auf Augenhöhe und mit Wertschätzung begegnen und ihnen praktisch dienen. Dadurch sollen sie Gottes Liebe in ihrem eigenen Leben erfahren und, wo gewünscht, Antworten auf grundlegende Glaubensfragen finden. Wir setzen uns dafür ein, dass Migranten in Schweizer Gemeinden und Kirchen Heimat, Freundschaft und Orientierung finden. Die gegenseitigen Beziehungen sollen Schweizern und Migranten zum Segen werden.» Während der letzten Monate investierten wir viel Zeit in die Vorbereitungen von zwei ProCONNECT-Anlässen, die wir in Partnerschaft mit SEA interkulturell der Evangelischen Allianz, MEOS, CM, WEC und FEG Schweiz Ende November organisierten.

 

Vom Islamisten zum Brückenbauer

Am Freitagabend, 29. November war es dann soweit. Durch die Gastfreundschaft der FEG im gate27 Winterthur konnten wir mehr als 400 Personen empfangen. Viele Schweizer kamen mit ihren Migranten-Freunden. Darunter waren zahlreiche Personen, die eine Übersetzung auf Arabisch oder Farsi wünschten. Der Referent Yassir Eric erzählte seine krasse Lebensgeschichte. Aufgewachsen in einem streng muslimischen Umfeld im Sudan, erlebte er eine radikale Veränderung durch die Begegnung mit Jesus Christus. Seit Jahren lebt er nun in Deutschland und leitet das Europäische Institut für Migration, Integration und Islamthemen. Yassir Eric erzählte vieles aus seinem persönlichen Leben, baute immer wieder Erklärungen zum Islam bzw. zum christlichen Glauben ein und forderte damit sowohl christliche als auch muslimische Zuhörende heraus. Sein fröhliches, manchmal humorvolles Auftreten war verbunden mit kompetenten, reflektierten und klaren Worten wie: «Migranten haben die Pflicht, sich zu integrieren, denn sie sind freiwillig gekommen.»; «Ich ermutige euch – erzählt einander eure Geschichten!»; «Gott liebt uns Menschen, nicht weil wir gut sind, sondern weil er Liebe ist.» Diese Liebe, die in Christus am stärksten zum Ausdruck kommt, wurde am Freitagabend hell beleuchtet. Der Abend wurde tatsächlich zu einem idealen Anlass, um Brücken zwischen Kulturen zu bauen.

 

Kirche – fit für die Zukunft: Migranten wirken mit!

Am Samstag, 30. November kamen gut 200 Personen aus verschiedenen Gemeinden und Kirchen ins gate27 nach Winterthur. Während des ganzen Tages ging es bei zwei längeren Referaten von Yassir Eric, beim Podiumsgespräch und in vier verschiedenen Workshops um ein Anliegen: Ob und wie wir Christen die Chance der Migration in unseren Kirchen packen können. Erkennen wir Gottes Handeln, der die grossen Krisen dieser Welt in etwas Gutes verwandelt, indem er uns Migranten aus aller Welt in die Schweiz bringt? Eine zentrale Frage des Referenten war: «Wollt ihr als Gemeinde Teil sein von dem, was Gott tut?» Yassir Eric betonte, dass die Migranten und Flüchtlinge allermeist aus beziehungsorientierten Kulturen kommen, in denen das «Wir» wesentlich stärker ist als das «Ich», und in denen der Gemeinschaftssinn die Stimme des Individualismus übertönt. Seiner Meinung nach ist eine wirkungsvolle kulturübergreifende Vermittlung des Evangeliums nur möglich, wenn wir uns von den Teilen kultureller Praxis lösen, die den Fluss der frohen Botschaft von Jesus Christus in das Herz eines Menschen behindern. Viele positive Reaktionen von Teilnehmenden bestätigen uns die Relevanz des Themas: «Ich wurde inspiriert für meine Verantwortung und Mitarbeit in der Gemeinde!»; «Die Konferenz hat mich inspiriert, mich selber zu reflektieren, mich weiter mit Muslimen zu treffen und ihnen zuzuhören!»; «So viel Inspiration, Ermutigung, gute Impulse wie noch nie an einem Tagzu diesem Thema!»; «Absolut wertvoll, die Zeit erkannt und reagiert!»

 

Ein Anlass von Pro CONNECT in Ihrer Gemeinde?!

Laden Sie uns ein, zum Beispiel für einen Gottesdienst, einen Workshop oder einen Seniorenanlass, gestaltet von Schweizern und Migranten, zueinem der folgenden Themen:

  • Wege des Miteinanders: Migranten auf Augenhöhe begegnen! Beispieleaus der Praxis.
  • Migration in der Bibel: Der rote Faden von Migration durch die Bibel. Was könnte das heute für uns bedeuten?
  • Schweizer Christen und Migranten wirken zusammen in einer Gemeinde, wie ist das möglich?
  • Thema nach Wunsch und unseren Möglichkeiten.
  • Kontakt: rahel.strahm@sam-global.org  oder Tel. 079 891 04 77

 

Save the date

  • Seminartag 18. April 2020 in Thun. Thema: Multikulturelle Gesellschaft
    • Multikulturelle Gemeinden? Neue Wege im Gemeindebau. https://andcultures.ch/seminartag/
  • November (Freitagabend) und 28. November 2020 (Samstag) mit Yassir Eric und anderen in Bern

 

Herzlichen Dank für alles Interesse an der Arbeit von ProCONNECT.

Rahel Strahm, Leitung ProCONNECT

Quelle: ProCONNECT

 

 

 

Sind traumatisierte Menschen „ein hoffnungsloser Fall“?

Dezember 27, 2019 by

Vom 21. – 25. Oktober 2019 fand in der Schweiz erstmals der Kurs „Traumatisierte Menschen begleiten“ statt. Das Programm richtet sich an Laien, die freundschaftliche Beziehungen zu geflüchteten Menschen pflegen und hat zum Ziel, die Inhalte in kleinen Gruppen anzuwenden, damit Menschen auf einen Weg der Traumaverarbeitung geführt werden können.

In Zusammenarbeit von WEC, Agape international und Wycliff wurden die für Flüchtlinge angepassten Inhalte vermittelt. Wir konnten 27 motivierte und erfahrene Teilnehmende im partizipativen Unterricht ermutigen, Menschen mit seelischen Verletzungen zu helfen, wieder neue Kraft und Stabilität zu gewinnen.

 

Die Traumabewältigung ist eine Reise mit mehreren Stationen und braucht viel Zeit. Den Schmerz wahrnehmen – gehört werden – trauern – klagen – den Schmerz zu Gott bringen – vergeben – wiederherstellen – mehr Widerstandskraft.  Entlang dieser Stationen begleitete uns die fiktive Geschichte einer geflüchteten Familie. Aus ihrem Erleben wurden zusammen mit Begebenheiten aus der Bibel wichtige Prinzipien für den Umgang mit traumatisierten Menschen abgeleitet und herausgeschält, wie die Begleitpersonen ihnen helfen können.

 

In der Traumaverarbeitung nimmt der Ausdruck von Gefühlen wie Angst oder Zorn und die Klage einen wichtigen Platz ein. Dazu finden wir in den Psalmen kostbares Anschauungsmaterial. Habt ihr gewusst, dass von den 150 Psalmen 76 den Klagepsalmen zugeordnet werden können? Im Verfassen eines eigenen Klagepsalms richteten die Kursteilnehmenden ihre Klage und Fragen an Gott, den kompetenten Adressat aller Fragen, Gefühle und Klage.

 

Auch die kreative Verarbeitung von seelischem Schmerz hat in der Traumabegleitung einen hohen Wert. Besonders für geflüchtete Menschen, deren Sprachzentrum oft von traumatischen Erlebnissen blockiert ist, kann der Ausdruck schwieriger Erlebnisse im Malen, Kneten und Modellieren eine innere Spannung lösen. Gefühle und Schmerz können in die Hände fliessen und lassen etwas Sicht- und Tastbares entstehen. Das war für einige Kurteilnehmende eine neue Erfahrung. Neben diesen Techniken kann auch Musik oder Tanz eine heilende Wirkung haben.

Die Teilnehmenden wurden im Verlauf des Kurses immer wieder ermutigt, ihre eigene Geschichte in den Lernprozess einzubinden. So wurden praktisch alle bei der einen oder anderen Lektion mit unverheilten Verletzungen der Seele konfrontiert und herausgefordert, diese mit Gott anzuschauen und seine Heilung zu erwarten.  Besonders anspruchsvoll war für einige die Auseinandersetzung mit den Themen der häuslichen Gewalt und Sexuellen Gewalt. Andere sahen sich mit dem Thema Suizid herausgefordert. Ungeahnte Gefühle wie Wut Trauer oder Hass stiegen in einigen auf. Als wohltuend wurde hingegen empfunden, den Schmerz aufzuschreiben, ihn zu Gott zu bringen und das Papier anschliessend ins Feuer zu werfen, als sichtbares Zeichen, dass Jesus unsere Schmerzen am Kreuz getragen hat.

 

Ich staunte wieder neu darüber, wie jedes Thema in Gottes Wort Platz hat und wie Gott mit allem vertraut ist, was uns Menschen in dieser Welt Trauriges und Schwieriges widerfährt. Allein die Tatsache, dass Er ein Gott ist, der uns sieht, hat so viel Heilungspotential. So macht sich der Kurs Gottes Wort und psychologische Prinzipien zunutze um seelische Verletzungen zu thematisieren und Helfer auszurüsten, traumatisierten Menschen zu helfen.

 

Verfasserin: Gabriela Zindel, Dezember 2019

 

 

 

Filmtipp: «Amen Saleikum – Fröhliche Weihnachten»

Dezember 16, 2019 by

Eine Kirche droht Sparmassnahmen zum Opfer zu fallen. Die Moschee nebenan hingegen soll vergrössert werden. Das führt zu turbulenten Konflikten und einem Culture Clash, wo Pfarrer Martin auf Hodscha Hamid trifft. Gelingt es Pfarrer Martin, die Schliessung seiner Kirche zu verhindern?

 

In Pfarrer Martins Kirche kommt nur noch eine kleine Gemeinde zusammen, während die Hinterhofmoschee nur wenige Schritte weiter immer mehr Zulauf hat. Als dann auch noch die niederschmetternde Nachricht kommt, dass der Bischof die sanierungsbedürftige Kirche aus Spargründen schliessen will, wehrt sich Pfarrer Martin mithilfe der Kirchenpflegerin Wölfli. Pfarrer Martin ist ein Kämpfer wider Willen. Eigentlich hat er bereits resigniert, als es immer weniger Kirchgänger in seiner Gemeinde gab. Sein Idealismus ist langsam weggefallen. Aber der Konflikt mit der Moschee weckt ihn auf.

 

Erzählt wird eine turbulente Culture-Clash-Komödie, bei der Konflikt und Versöhnung natürlich vorprogrammiert und Toleranz und Verständigung jedoch nicht einfach zu haben sind. Jeder der Beteiligten muss – manchmal auf ausgesprochen bizarre Weise – über seinen Schatten springen.

 

Schweizer Film Premiere Online schauen bis am 8. Januar 2020 (1h 28 min)

Filmtipp: Naïma – Eine Mutter kämpft in Biel für Integration

Dezember 15, 2019 by

Naïma Serroukh baut Brücken zwischen Menschen unterschiedlicher Kulturen, Religionen. Filmporträt von Tamara Milosevic.

Anschauen auf SRF DOK (59 min)

«Diese Leute brennen darauf, den Glauben weiterzugeben»

November 18, 2019 by

In Bern bildet die interkulturelle Leiterschaftschule «&cultures» junge Einwanderer-Leiter aus. Viele von ihnen sind neu im Glauben und brennen darauf, den christlichen Glauben weiterzugeben. «Sie sind begeistert und wollen ein Segen sein. Obschon durch Ungewissheit und Asylverfahren teils in schwierigen Umständen steckend, halten sie an Jesus fest», sagt Schulleiter Egzon Shala im Gespräch mit Livenet.

 

Livenet: Egzon Shala, was steckt hinter «&cultures»?
Egzon Shala:
&cultures ist eine modulare «Intercultural Leadership»-Ausbildung für Menschen mit Migrationshintergrund. Viele Migranten, die konvertiert sind, haben den Wunsch, geistlich zu wachsen und dem Herrn zu dienen. Für sie braucht es ein massgeschneiderte Angebot wie «&cultures». Die Bibelschulen sind sprachlich und intellektuell noch viel zu anspruchsvoll und auch nicht erschwinglich für diese Leute. Die meisten sind «MBB», also «Muslim Background Believer», eine Zielgruppe, die von Bibelschulen nicht abgedeckt wird. Viele müssen daneben noch die Sprache lernen, einen Job suchen und so weiter.

 

Was sind die Schwerpunkte der Schule?
Es sind drei grosse Schwerpunkte mit jeweils drei Unter-Gruppierungen. Der erste ist «Heartbeat», also Herzschlag. Hierbei geht es um Evangelisation, Jüngerschaft und interkulturelle Kompetenz. Dann geht es um die «Persönlichkeit». Hier geht es um Charakter, Leiterschaft und Identität. Der dritte Punkt ist die Sendung. Im Vordergrund steht dabei der Gemeindebau, also innovative, evangelistische Projekte und Communitys aufbauen.

 

Was steht auf dem Lehrplan der Schule?
Es sind elf Treffen pro Jahr. Neun davon erstrecken sich über einen ganzen Schultag und zwei weitere über jeweils ein Wochenende. Insgesamt müssen 18 Module absolviert werden. Hinzu kommen Hausaufgaben, praktische Umsetzung, Bibellesen, Auswendiglernen von Versen und Büchern. Jeder hat zudem einen Coach aus der angegliederten Gemeinde. Die meisten schliessen «&cultures» nach eineinhalb Jahren ab.

 

Gibt es Beispiele, wie das Leben von Migranten durch die «&cultures»-Schule verändert wurde?
Da ist zum Beispiel Karam aus dem Irak, der in Fribourg lebt. Er absolvierte das «&cultures» und gründet nun eine arabischsprachige Community in Fribourg. Er ist bereits Hauptverantwortlicher für eine arabischsprachige Gemeinde in Bern.

Oder da ist ein Iraner aus Bern, der unsere Schulung durchlief. Er organisiert nun Gottesdienste unter Menschen, die Farsi sprechen.

Ein Tunesier aus Vevey organisiert seit längerem internationale Gottesdienste an seinem Ort und investierst sich in Migranten in Vevey. Wichtig ist, dass sie mit Einheimischen zusammenarbeiten können und dass sie dort, wo sie leben, auch integriert sind.

 

Schüler der Leiterschaftsschule «&cultures»

Was sind die nächsten Projekte?
Am 18. April 2020 steht eine Konferenz in der Region Thun zum Thema interkultureller Gemeindebau mit Dr. Stephen Beck (Mission Mosaikkirche), Werner Spalinger (BewegungPlus) und Martin Bühlmann (Vineyard Dach) auf dem Programm. Sonst aber sind unsere Absolventen in die lokalen Gemeinden eingebettet, was auch klar unser Fokus ist.

 

Was bewegt Sie persönlich bei Ihrer Arbeit?
Manchmal spricht man unter Christen eine Insider-Sprache. Für diese Konvertiten ist aber vieles neu. Ich sehe einen unglaublichen Hunger nach dem Wort Gottes bei ihnen. Sie haben diese neue Begeisterung für Jesus, während wir oft in unseren Gewohnheiten und unserer Routine träge geworden sind. Sie stecken voller Abenteuerlust, wollen ein Segen sein und den Glauben entdecken, um ihn dann weitergeben zu können. Das ist sehr ansteckend.

Gleichzeitig haben viele auch recht stark «zu beissen». Oft sind sie die einzige Person der Familie, die mit Jesus lebt. Dann kommt der ganze Druck mit dem Asylverfahren hinzu, einige haben keine Perspektive. Dennoch wollen sie an Jesus festhalten. Aus diesem Ausharren lerne ich viel. Neubekehrte bringen auch frischen Wind und Leben in eine Gemeinde. Manchmal lebt man wie in einer Parallelwelt: Scheinbar geht es allen gut, und dann sind da jene, denen es nicht gut geht, die aber alles für Jesus geben wollen. Sie können wirklich ein Segen für unsere Schweizer Gemeinden werden.

 

Wovon träumen sie?
Die Schweiz braucht dringend «Brückenbauer Leiter», die ihre eigene und auch die Schweizer Kultur leben und die das Reich Gottes in die Mitte stellen. Sie haben diese DNA, für Jesus alles zu geben. Nicht nur der Nahe Osten, sondern auch die Schweiz braucht Jesus, sagen sie oft. Ich träume davon, dass überall solche «Brückenbauer Leiter» hervorkommen, die Evangelisation und Jüngerschaft verkörpern und leben, die innovativ sind und neue Wege ausprobieren.

Getragen wird «&cultures» durch den Verein «Come and Go» sowie durch eine grosse Trägerschaft, unter anderem durch GPMC Thun, die Bewegung Plus, das G-Movement

 

Zur Person:

«&cultures»-Leiter Egzon Shala floh einst vor dem Kosovo-Krieg zuerst nach Deutschland und dann in die Schweiz. Hier fand er zum christlichen Glauben. Seit Juli arbeitet Egzon Shala zudem als Koordinator für die «Arbeitsgemeinschaft Interkulturell» der «Schweizerischen Evangelischen Allianz». Er wohnt mit seiner Familie in Thun.

Zur Webseite von «&cultures»

Autor: Daniel Gerber
Foto: &cultures
Datum: 13.11.2019 

Gemeinde gemeinsam mit Migranten und Geflüchteten

Oktober 30, 2019 by

Gott sprengt immer wieder einmal Erwartungen – so geschehen in Haiger, einer Kleinstadt mitten in Deutschland. Im Herbst 2017 boten Christen die beiden Programme Christ4Afghans und Christ4Arabs an. Es war geplant, im Anschluss mit Interessierten ein regelmässiges christliches Treffen zu starten.
Beim ersten Gottesdienst erschienen 100 Erwachsene und 50 Kinder. Daraus entstand in kürzester Zeit eine Gemeinde, die sich ganz auf die Bedürfnisse von Migranten, Geflüchteten sowie Deutschen einstellt, die noch keinen Kontakt zu Kirchen hatten. (kairos-projekt.de)

 

Vom 25.-26. Oktober 2019 trafen sich etwa hundert Christen aus dem deutschsprachigen Europa (darunter je knapp 10 aus der Schweiz und Österreich) zu einer Konferenz in Nürnberg. Der Bericht von Haiger illustrierte auf packende Weise, wie Gott in den letzten Jahre ganz neue Wege zu Menschen aus islamischen und anderen Kulturen öffnet – und das mitten in Europa.

 

Gemeinsam unterwegs

Als Hauptredner der Konferenz stellte Stephen Beck die DNA-Faktoren der Mosaik-Bewegung vor, durch die in den letzten 7 Jahren mehr als ein Dutzend mono-multikultureller Gemeinden in Deutschland entstanden. (missionmosaik.org) Im Abendprogramm erzählten Teilnehmende aus allen deutschsprachigen Ländern von ermutigenden Erfahrungen und bleibenden Herausforderungen mit kulturübergreifendem Gemeindebau.

 

Zum Abschluss wurden zunächst die Verantwortlichen von Christ4all, dem Netzwerk, das die Konferenz organisiert hatte, in ihre weitere Arbeit ausgesandt. Anschliessen beteten die Europäer für die rund 25 teilnehmenden Internationalen aus Afghanistan, Syrien und weiteren Ländern. Diese ihrerseits beteten für die Deutschsprachigen – ein schöner Ausdruck, dass wir nur gemeinsam die Botschaft von Jesus ins Europa des 21. Jahrhunderts tragen können.

 

Thema vertiefen

  • Bericht von Treffen in der Schweiz über die Mosaik-Bewegung
  • Buch «Mission Mosaikkirche. Wie Gemeinden sich für Migranten und Flüchtlinge öffnen»: Stephen Beck erzählt, wie die ersten Mosaik-Kirchen entstanden sind, und gibt wichtige Tipps für kultur- und denominationsübergreifenden Gemeindebau.

 

Autor: Johannes Müller
Foto: Christ4all.de
30.10.2019

Andere Angst in anderen Kulturen?

Oktober 4, 2019 by

Angst ist eine Emotion, die kulturübergreifend erkannt wird. Ihre Auslöser sind kulturell geprägt, aber der wahre Schutz in der Not ist universell: Jesus Christus. Davon zeugen eindrücklich Erlebnisse von und mit Menschen aus unterschiedlichen Kulturen.

 

Mit letzter Kraft erreichte die Frau die Dorfkirche im westafrikanischen Guinea. Wir steckten mitten im Nachmittagsprogramm der regionalen Pastoren-Retraite, als sie vor uns auf den Boden stürzte und völlig ausser Atem ein paar Worte rief. Einer der Pastoren erklärte mir, dass die Frau beim Arbeiten auf ihrem Feld im Busch einen Dämon gesehen hatte. Sie rannte um ihr Leben zurück ins Dorf. Weil sie mitbekommen hatte, dass alle Pastoren der Region gerade hier versammelt waren, suchte sie bei uns Zuflucht. Sofort bildeten die Pastoren einen Kreis um die Frau und begannen alle gleichzeitig, laut für sie zu beten. Langsam löste sich ihr von Angst verzerrter Gesichtsausdruck.

 

Diese Szene steht mir auch nach Jahren noch lebendig vor Augen, wenn ich an Angst in anderen Kulturen denke. Angst wird zu den Basisemotionen gezählt, die auch kulturübergreifend erkannt werden. Wie kann Angst dann von Kultur abhängen?

 

Ein in Deutschland lebender Afrikaner erzählt, wie er an einem Abend auf dem Nachhauseweg von einer schwarzen Katze um mehrere Hausecken verfolgt wurde. Nur zwei Tage später hörte er mitten in der Nacht laute Geräusche vor dem Fenster. Als er nachschaute, blickte er in die Augen einer schwarzen Katze. Das musste ein geistlicher Angriff von Hexern oder Seelenfressern sein. Erst als die Gebetskämpfer in der christlichen Gemeinde für den Schutz seiner Familie einstanden, fühlte er sich wieder sicher. (berichtet in: Adogame, Afe: «The African Christian Diaspora»)

 

Die Angstgefühle dieses Mannes waren sicher allgemein menschlich, aber ausgelöst wurden sie durch seine kulturell geprägte Weltsicht über die Gefahr, die von bösen Geistern ausgeht. Wie präsent diese Angst sein kann, bemerke ich bei Besuchen in afrikanisch geleiteten Gemeinden in der Schweiz: Ab und zu wird in den Gebeten und Predigten betont, dass Jesus stärker als alle Hexer ist.

 

Mittel gegen die Angst

Ein Muslim aus unserem Quartier in Guinea hatte ein ungutes Gefühl vor einer Reise, auf der er einen Streit in der Grossfamilie schlichten sollte. Um sich zu schützen, brachte er vor der Abfahrt ein grösseres Tieropfer dar. Einen Tag später hörten wir lautes Wehklagen im Hof jener Familie. Das Buschtaxi war in den Strassengraben gerast. Als einziger Fahrgast erlitt unser Nachbar tödliche Verletzungen. Offensichtlich waren die Zaubermittel seiner Gegner stärker gewesen als der Schutz seines Rituals.

 

Andere Kulturen kennen nicht nur andere Auslöser von Angst, sie bieten auch Mittel an, mit denen sie überwunden werden kann. Aber nicht alle sind gleich wirkungsvoll. Afrikanische Christen sind sich einig: Den besten Schutz bietet Gebet im Namen von Jesus.

 

Angst an der eigenen Tür

Wie eine Welle lief es damals durch unsere Nachbarschaft in Guinea: Reihenweise bekamen Teenager-Mädchen Ohnmachtsanfälle und fielen um. Wenn sie wieder zu sich kamen, erzählten sie von einer Begegnung mit einem Dämon. Nach ein paar Tagen erwischte es auch die beste Freundin meiner Tochter. Am Abend fragte sie mich: «Papa, bin ich die Nächste?» Plötzlich war ich nicht mehr in der Beobachterrolle. Jetzt betraf es meine engste Familie und wurde existenziell. Auch meine theologischen Grundüberzeugungen waren auf den Prüfstand geraten. «Nein, du bist nicht die Nächste, weil du an Jesus glaubst und weil Jesus stärker ist als dieser Dämon.» Und wir beteten um den Schutz durch das Blut von Jesus.

 

In den folgenden Tagen hatten weitere Mädchen solche Ohnmachtsanfälle, aber unsere Töchter waren nie betroffen. Nach ein paar Wochen und mehreren gescheiterten animistischen Ritualen riefen die Quartierverantwortlichen die Gebetskämpfer der evangelischen Kirche – erst danach kehrte Ruhe ein.

 

Angst mag kulturell geprägte Auslöser haben, aber der wahre Schutz in der Not ist kulturübergreifend und universell: Jesus Christus, der am Kreuz den Sieg über alle Mächte der sichtbaren und unsichtbaren Welt errungen hat.

 

(Dieser Artikel erschien im Magazin Insist 3/19 (S. 15). Das Heft steht zum Download zur Verfügung.)

Autor: Johannes Müller
Foto: Jon Sullivan [Public domain]
4.10.2019

Optikerin mit Vision

September 25, 2019 by

Einblick in ein Leben zwischen zwei Welten

„Es ist schwierig zu sagen, wo ich mich zugehörig fühle. Ich habe von der Schweiz mehr mitbekommen. Aber es gibt auch Sachen wo ich merke: nein, ich bin schon Kongolesin, eindeutig. Oder beides ein bisschen“. Dies sagt Adèle – eine junge Frau mit afrikanischen Wurzeln und fliessendem Schweizerdeutsch. Die Optikerin lebt und arbeitet im Kanton Zürich.

Adèles Eltern stammen aus einem Dorf im Nordosten der Demokratischen Republik Kongo, dem zweitgrössten Land Afrikas. Geboren wurde sie jedoch in Frankreich, wo ihr Vater ein Theologiestudium absolvierte. Als sein Studentenvisum ablief, hätte die Familie zurück in den Kongo reisen müssen. Im Kongo herrschten jedoch grosse politische Unruhen. Um eine Rückkehr zu vermeiden, beschlossen sie also, ihr Glück in der Schweiz zu versuchen. Da angekommen, wurden sie zunächst in verschiedenen Durchgangszentren untergebracht, bevor sie nach Winterthur zugeteilt wurden. Dort wohnten sie bis zu Adèles neunzehntem Lebensjahr in einem Wohnheim für Migranten.

 

„Es ist immer aufgegangen“

Im Wohnheim aufzuwachsen war nicht leicht. Menschen aus den unterschiedlichsten Ländern und Kulturen wohnten zusammen. Manchmal gab es Streit über die Sauberkeit des gemeinsamen Bads und der Küche. Und dazu kamen finanzielle Sorgen, denn Adèles Eltern hatten Mühe, mit nur einer F-Bewilligung eine Arbeit zu finden.

„Es war schwierig“, sagt Adèle. „Aber es ist immer aufgegangen. Gott hat immer geschaut. Wir durften vielen Menschen begegnen, die ein grosser Segen waren auf unserem Weg“. Da war zum Beispiel Elisabeth, eine Schweizerin, die neben dem Wohnheim wohnte und für die Menschen dort da war. Sie organisierte jeden Donnerstag eine Kinderstunde, bei der die Kinder Geschichten aus der Bibel hörten. Auch Adèle besuchte diese Treffen mehrere Jahre lang.

 

Unterwegs mit einem persönlichen Gott

Adèles Eltern waren selber auch Christen und erzogen sie und ihre vier Brüder im Glauben. Für Adèle wurde der Glaube mit der Zeit immer persönlicher. Prägend war für sie dabei auch ein Osterlager der FEG Winterthur. Zwei Tage lang lag sie dort im Bett mit starken Schmerzen im Fuss. Immer wieder besuchten sie die anderen Teilnehmer und die Leiter und beteten für sie. Sie erzählten auch, dass sie im Gottesdienst für sie gebetet hätten. Adèle war sehr berührt und begann zu verstehen, dass Jesus sie persönlich liebte und nicht nur daran interessiert war, dass sie sein Gesetz einhielt.

So wuchs Adèles Vertrauen in Gott immer mehr. Heute ist sie überzeugt, dass Gottes Pläne immer am besten sind, auch wenn wir oft andere Wünsche haben. Als sie Teenager war, beantragte ihre Mutter Ausreisepässe, um als Familie zurück in den Kongo zu ziehen, da das Leben in der Schweiz ohne gute Arbeit nicht vorwärts ging. Die Enttäuschung war gross, als die zuständige Schweizer Beamtin ihnen die Ausreisepässe verweigerte, da der Konflikt im Kongo von neuem entflammt war. Doch genau zu dieser Beamtin entwickelte sich eine langjährige Freundschaft und sie ist heute Gotte von Adèles jüngerem Bruder. Im Nachhinein weiss Adèle, dass Gott sie gebraucht hat, um zu ihnen zu reden und um seinen Plan durchzusetzen.

 

Das Leben als Optikerin

Nach der Sekundarschule suchte Adèle eine Lehrstelle. Allerdings gestaltete sich diese Suche als sehr schwierig. Sie bewarb sich an vielen Orten, bekam aber trotz guter Noten nur Absage um Absage. Als sie nachfragte, woran die Absagen lagen, waren die Begründungen oft schwammig. Sie begann sich zu fragen, ob es an ihrer Herkunft lag. Bis heute weiss sie es nicht, ist aber froh, dass sie dann doch noch eine Lehrstelle als Optikerin fand.

Während der Lehre hatte Adèle oft Kontakt zu Kunden. Einmal sprach eine Kundin sie auf Englisch an. In der Annahme, die Dame könne kein Deutsch, führte Adèle das Gespräch auf Englisch weiter. Am Schluss drehte sie sich zu einer Arbeitskollegin und fragte etwas auf Schweizerdeutsch – zum grossen Erstaunen der Kundin. Denn diese war selber Schweizerin und hatte nur angenommen, Adèle könne kein Deutsch. Adèle erlebt Ähnliches immer wieder. Das könne schon ein wenig nerven, meint sie. Aber es ist halt so.

Nach der Lehre machte Adèle die Berufsmatur. Dem Thema Auge wollte sie treu bleiben und absolvierte danach ein Bachelorstudium in Optometrie, denn sie hat die Vision, irgendwo in Afrika ein Projekt zu starten, in dem Menschen Zugang bekommen zu Sehhilfen und Früherkennung und Behandlung von Augenerkrankungen. Doch zwischen ihr und diesem Traum steht noch eine Hürde: sie besitzt keinen Pass – auch keinen kongolesischen. Und ohne den kann sie nicht ins Ausland. Also lebt sie weiterhin in Winterthur und arbeitet in einem Optikergeschäft in Regensdorf. Sie verkauft Brillen und macht Augentests, und freut sich, wenn sie sieht, dass ihre Kunden zufrieden sind.

 

„Zuhause ist im Himmel“

Neben dem Arbeiten singt Adèle gerne, unter anderem in einem Lobpreisteam ihrer Kirche. Einmal hatte sie die Möglichkeit, mit anderen an einem christlichen Anlass, der von Kongolesen organisiert war, den Lobpreis zu gestalten. Geprägt von Schweizer Pünktlichkeit erschien das Lobpreisteam zur vereinbarten Zeit um 10 Uhr, doch niemand war da. Nach langem Warten ging es endlich um die Mittagszeit los. „Das hat vielleicht auch etwas Gutes“, meint Adèle. „Mit Kongolesen kann man lockerer sein. Man kann mal spontan besuchen. Bei Schweizern geht das nicht unbedingt“.

Adèle steht zwischen diesen zwei Welten. Sie kennt sowohl die kongolesische wie auch die Schweizer Art. Zu der Frage, wo sie sich zugehörig fühlt, hat sie keine klare Antwort, findet es aber auch nicht so wichtig. Denn ihre wirkliche Heimat, so erklärt sie, wird sie eines Tages im Himmel finden – so wie es in der Bibel steht: „Denn auf dieser Erde gibt es keine Stadt, in der wir für immer zu Hause sein können. Sehnsüchtig warten wir auf die Stadt, die im Himmel für uns erbaut ist“ (Hebräer 13,14; HFA).

Und in der Zwischenzeit? Adèle weiss noch nicht, ob sie immer in der Schweiz bleiben wird, oder ob es ihr irgendwann möglich sein wird, ihrer Vision in Afrika nachzugehen. Aber sie ist zuversichtlich, dass Gott sie führt – Schritt für Schritt.

 

Autor: Susanna Pope
Foto: Johannes Müller
25.9.2019

Was bringt unsere Gemeinde der Stadt?

September 16, 2019 by

«Kann ich dir eine Frage stellen?» Ich hatte mir die Zeit genommen, einen befreundeten afrikanischen Pastor in einer anderen Schweizer Stadt zu besuchen. Nach der Begrüssung und dem Austausch einiger Neuigkeiten wollte er offensichtlich ein Thema ansprechen, das ihn beschäftigte. Für mich sind solche Momente Sternstunden.

«Was kann eine christliche Gemeinde wie unsere für die Stadt und die Menschen hier tun? Was ist der Zweck unserer Gemeinde?» Der Freund aus einem zentralafrikanischen Land stellte eine wirklich gute Frage – wie sollte ich ihm eine hilfreiche Antwort geben?

 

Für Migranten sorgen

Ein tamilischer Pastor erzählte mir, dass viele seiner Gemeindeglieder – wie er selbst auch – aus einer Bürgerkriegssituation in die Schweiz geflüchtet waren. Sie haben viel verloren, oft Angehörige, eigentlich ihr ganzes früheres Leben. Wie David in den Psalmen müssen sie diesen Schmerz hinausschreien. In der tamilisch geleiteten Gemeinde finden sie Verständnis und Heimat.

Schweizer Gemeinden können eine solche Situation nicht wirklich nachempfinden. Und sie kommen oft auch mit den aussereuropäischen Ausdrucksformen im Gemeindeleben nicht klar. Solange Schweizer Gemeinden nicht genügend kulturell passende Gruppen, Leiter und Seelsorger haben, können sie Christen mit Migrationshintergrund oft nicht integrieren.

 

Segen für das Land

Die meisten afrikanischen Pastoren, die ich kenne, betrachten ihre Gemeinden nicht als «Migrationskir-chen», eine Fremdbezeichnung aus Schweizer Sicht. Vielmehr nehmen sie sie als «international» wahr, schliesslich erleben sie mehrere Länder – die Schweiz und meist mehr als ein afrikanisches Land – in ihrem Dienst.

Nichtsdestotrotz haben sie ein grosses Anliegen, die Schweiz zu segnen, im regelmässigen und ausdau-ernden Gebet einerseits und im Weitergeben der guten Nachricht von Jesus andererseits. In beiden Be-reichen sehen sie Schweizer Christen als weitgehend abwesend.

 

Dringend benötigte Kompetenzen

Suchte mein afrikanischer Freund mit seiner Frage nach Wegen, um seine Gemeinde aus dem Nischenda-sein zu führen? Denn so wird sie oft wahrgenommen – oder sogar übersehen, weil sie ja nur für «ande-re» da zu sein scheint.

Dabei entwickeln internationale Gemeinden Kompetenzen, die in einer Gesellschaft mit mehr als 37 Pro-zent Menschen mit Migrationshintergrund dringend gebraucht werden. Sie haben kulturelle und sprachli-che Kenntnisse mitgebracht. Sie wissen, was Ausgeschlossene empfinden, wie sich Menschen in prekä-ren Situationen fühlen und wie man kulturelle Unterschiede überbrücken kann. Zugewanderte Christen haben konkrete Schritte getan, um im neuen Land Fuss zu fassen – und dabei Gottes Hilfe erlebt.

Viele südliche Kulturen strahlen eine offenere Art der Gastfreundschaft aus als die schweizerische. Dies ist nicht nur eine Chance für Zugewanderte aus derselben Kultur, sondern auch für andere. Kürzlich lern-te ich einen jungen Brasilianer kennen, der ein Zuhause in einer italienischen Gemeinde gefunden hat: Ihre Offenheit hat die sprachlichen und kulturellen Unterschiede überbrückt.

 

Erfahrungen zur Geltung bringen

Dies sind Erfahrungsschätze, welche die Schweiz bereits jetzt und in Zukunft noch mehr benötigt. Wie können sie zur Geltung gebracht werden? Der erste Schritt ist eigentlich nicht so schwierig: Eine internati-onale Gemeinde zu besuchen, vermittelt bereits Wertschätzung. Daraus können sich Kontakte und Freundschaften entwickeln ebenso wie gemeinsame Aktivitäten und Programme, in denen die Stärken beider Seiten zum Tragen kommen. Auf der internationalen Seite sind dies nicht einfach exotische Spei-sen oder rhythmische Musik, sondern vor allem interkulturelle Sensibilität und zwischenmenschliche Kompetenzen, die oft auf schmerzlichen Wegen erworben wurden.

Wenn eine Migrantin oder ein Migrant Gottes Heilung bei diesen Verwundungen erfährt, entsteht wahre Hoffnung. Hoffnung, die auch andere motivieren kann. Was können «Migrationskirchen» der Schweiz Kostbareres geben?

 

(Dieser Artikel erschien im Magazin Insist 3/19 (S. 25). Das Heft steht zum Download zur Verfügung.)

Autor: Johannes Müller
Foto: Church of the living God
16.9.2019

„In der Schweiz bin ich nicht mehr fremd“

Juli 4, 2019 by

Auf dem Weg zur Integration

„Viele Migranten kommen ohne ihre Familien in die Schweiz. Ihre erste Familie in der Schweiz ist die Kirche“. Das erzählt ein kongolesischer Gemeindeleiter am runden Tisch der Arbeitsgemeinschaft interkulturell Ende Juni in Bern. Er ist selber Migrant und hat viele andere Migranten begleitet.

 

Am runden Tisch treffen sich einmal im Jahr Vertreter von Schweizer Gemeindeverbänden, internationalen Gemeinden, christlichen Werken, und auch sonstige Interessierte. Der Anlass wird von der Arbeitsgemeinschaft interkulturell organisiert, um Themen rund um die Zusammenarbeit zwischen Schweizer Gemeinden und internationalen Gemeinden (Migrationskirchen) und andere interkulturelle Themen zu diskutieren.

 

Dieses Jahr handelte es sich um die Integration. Welche Phasen und Emotionen durchlaufen Migranten nach ihrer Ankunft in der Schweiz? Was ist eine gelungene Integration? Und vor allem: wie können sowohl internationale wie auch Schweizer Gemeinden Migranten während diesem Prozess begleiten?

 

 

Wie können Migranten begleitet werden?

Nach dem ersten Einleben kommen viele Migranten in eine Phase der Ernüchterung, die sich zu einem richtigen Tiefpunkt weiterentwickeln kann. Sie kommen mit dem Deutschlernen nur langsam vorwärts. Sie verlieren die Hoffnung auf eine gute Arbeitsstelle. Sie fühlen sich in der Schweiz immer noch fremd.

 

In dieser Zeit sind Beziehungen zu anderen Menschen entscheidend. Ein Schweizer Gemeindeleiter erzählt, wie er kürzlich Zeit mit einer Migrantin verbrachte, die keine Arbeit hatte. Es war ihm nicht möglich, ihr Problem zu lösen. Was er aber konnte, war, mit ihr zu reden und für sie zu beten. Wenige Tage später kam sie strahlend auf ihn zu und erzählte, Gott habe das Gebet erhört, sie habe eine Stelle bekommen!

 

So sind es schlussendlich nicht wir, die Migranten helfen können, sondern Gott. Und doch glauben wir, dass Gott uns den Auftrag gibt, Menschen zu begleiten, damit sie sagen können: „In der Schweiz bin ich nicht mehr fremd“.

 

Autor: Susanna Pope
Foto: AG interkulturell
4.7.2019

  • Previous
  • 1
  • …
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • …
  • 11
  • Next
Newsletter Partner Werden Spenden Ik Adressen
  • Kontakt

    Arbeitsgemeinschaft interkulturell
    der Schweizerischen Evangelischen Allianz
    Postfach 9 | 3608 Thun | Schweiz
    www.interculturel.info
    interculturel[@]each.ch
    •  
    •  
    •  


    © 2025 SEA interkulturell. All rights reserved.
    Design by Weiter® Switzerland
    • Home
    • Über Uns
    • IK-Adressen
    • Angebote
    • News
    • Events
    • Datenschutzerklärung
  • Die Arbeit von SEA interkulturell basiert auf freiwilligen Spenden. Wir sind auf Ihre Mithilfe angewiesen!

     

    Bank-/Postüberweisung
    Schweizerische Evangelische Allianz
    8005 Zürich

    IBAN: CH46 0900 0000 6000 6304 6
    Vermerk: SEA interkulturell

     

     

    Herzlichen Dank für Ihre Spende!

  • Über Uns
    ▼
    • Vision-Auftrag
    • Geschichte
    • Team
    • Partner werden
    • Beziehungen zur SEA
    • Verhaltenskodex
  • IK-Adressen
    ▼
    • IK-Adressen
      ▼
      • Internationale Kirchgemeinde
      • CH Kirchgemeinden
      • Netzwerke
      • Organisation / Werk
      • Gemeindeverband
      • Ausbildung
      • Kinder / Jugendorganisation
      • Lokales Projekt / interkulturelle Initiative
      • Hauskreis / Kleingruppe
      • Gebetsgruppe
  • Angebote
    ▼
    • Interkulturell Podcast
    • Kurs – Same but different
    • Kirche – Same but different
    • Cultures – Intercultural Leadership Training
    • Weiterbildungen
    • Vernetzen
    • www.flüchtlingen-helfen.ch
    • Flüchtlingssonntag
    • International Leaders Meeting
  • Events
  • Partner
  • Partner-Netzwerke
    ▼
    • African Link
    • christ4afghans
    • Kids & Youths interkulturell
    • Christlich Albanisches Netzwerk CANS
  • News
  • Telegram
  • Instagram
  • Youtube