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Es gibt gute Nachrichten – INTERKULTURELL PODCAST
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News

Es gibt gute Nachrichten – INTERKULTURELL PODCAST

April 29, 2025 by

Wir als Arbeitsgemeinschaft Interkulturell der Schweizerischen Evangelischen Allianz starten unseren interkulturellen Podcast! In den kommenden Monaten vertiefen wir verschiedene Themen rund um Interkulturalität – darunter Migration, die nächste Generation, interkultureller Gemeindebau, kulturelle Prägungen, Islam, Kommunikation und vieles mehr. Dabei beleuchten wir sowohl theologische Aspekte als auch Erfahrungen aus der Praxis. Zahlreiche interkulturelle Leiterinnen und Leiter kommen zu Wort und teilen ihre persönliche Geschichte mit uns.

Dies sind die ersten vier, die wir geplant haben:

  1. Episode: Die nächste Generation mit Migrationshintergrund – eine theologische Perspektive
  2. Episode: Kaji aus Sri Lanka – seine Lebensgeschichte von Hinduismus, Flucht, Hautfarbe, Leiterschaft Entwicklung und dem Reich Gottes.
  3. Episode: Egzon aus Kosovo – seine Lebensgeschichte von Islam, Krieg, Flucht, Jüngerschaft und Gemeindebau.
  4. Episode: Kaji und die Airport Church – warum eine interkulturelle Gemeinde gründen?

 

 Allee Folgen findest du hier. 

 

Welche interkulturellen Themen würden dich noch interessieren?

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Die Arbeit von SEA interkulturell basiert auf freiwilligen Spenden. Wir wollen noch weitere Folgen aufnehmen, deshalb würden wir uns über eine finanzielle Unterstützung freuen.

 

Kontoangaben

Schweizerische Evangelische Allianz SEA

Josefstrasse 32, 8005 Zürich

IBAN: CH46 0900 0000 6000 6304 6

Zahlungszweck: „INTERKULTURELL PODCAST“

Mehrsprachige Kirche – mehr als Sprachengewirr?

Februar 1, 2025 by

(Foto: Angolanische Gemeinde, Zürich)

 

«Der Gottesdienst beginnt um 12 Uhr. Aber er ist ganz auf Twi», antwortete mir der Pastor. Eigentlich wollte ich diese Gemeinde einer weltweiten Denomination aus Ghana kennenlernen. Aber war ich wirklich willkommen?

 

Ich schrieb ihm zurück, dass ich gerne komme, auch wenn ich nicht viel verstehe. «Wir können einen Übersetzer für dich finden», kam postwendend zurück. Als ich am Gottesdienstort im Industriegebiet in Zürich-Nord eintraf, wurde mir ein kleines Gerät mit einem Kopfhörer für ein Ohr in die Hand gedrückt. Die Gemeinde war offensichtlich gut ausgerüstet. Eine jüngere männliche Stimme übersetzte sehr flüssig auf Englisch. Ich sah aber nie, wer da meinen fehlenden Sprachkenntnissen aushalf. Eigentlich schade, ich hätte mich nach dem Gottesdienst gerne bedankt.

 

Mit der Zeit wurde es immer anstrengender, mich auf mein linkes, englisches Ohr zu konzentrieren. Von rechts kam Twi über die Lautsprecheranlage des Saals. Aber ich bekam immerhin einigermassen mit, was im Gottesdienst passierte. Kurz vor Schluss bemerkte ich einen afrikanischen Mann, der denselben Kopfhörer im Ohr hatte wie ich. Äusserst diskret. Bei mir weniger, weil ja meine Hautfarbe vermuten liess, dass ich eine Übersetzung benötigte. Später erfuhr ich, dass jeden Sonntag für ein paar wenige Leute aus anderen afrikanischen Ländern übersetzt wird. Nach dem Gottesdienst war die Sprache dann kein Problem mehr: Alle, mit denen ich ins Gespräch kam, sprachen Englisch, ein paar Jüngere Schweizerdeutsch.

 

Wenn man die Sprache nicht gut kann

Auf dem Heimweg dämmerte es mir, dass ich gerade etwas erlebt hatte – mit umgekehrten Vorzeichen –, das für einige Migranten in Schweizer Kirchen eine regelmässige Erfahrung ist. Sofern eine Übersetzung angeboten wird, soll sie möglichst unauffällig sein und den Gottesdienstablauf nicht beeinträchtigen. Aber wenn sie nicht sichtbar sein darf, so schreibt Jonathan Downie in seinem 2024 erschienenen Buch über «Multilingual Church» (Mehrsprachige Kirche), dann will die Gemeinde die Übersetzung nicht wirklich. Und trotz aller Diskretion fühlen sich diejenigen, die auf sie angewiesen sind, ausgesondert.

 

Vor ein paar Jahren erzählte mir der Pastor einer Kirche mitten in einer Schweizer Stadt, dass bei ihnen Migranten sehr willkommen seien, aber nur solche, die sich integrieren wollen. Deshalb würden sie auch keine Übersetzung anbieten, ausser für Neue in einer Ecke während einer kurzen Zeit.

 

In der Gesellschaft führt kein Weg an Integration vorbei, wenn man Teil des Schweizer Lebens werden will. Aber gilt das auch für den Zugang zum Evangelium? Muss man zuerst Deutsch lernen, um von Jesus hören zu können? Im erwähnten Buch stellt Downie fest, dass eine Gemeinde, die dies voraussetzt, nicht wirklich offen ist.

 

Welches Signal wollen wir senden?

Wie war es zur Zeit des Neuen Testaments? An Pfingsten hörten die Menschen in der Menge die wunderbaren Taten Gottes in ihren Muttersprachen, nicht in den damaligen Handelssprachen (Apostelgeschichte 2,6-11). In der Folge überwand das Wirken des Heiligen Geistes die Grenzen zwischen unterschiedlichen Volksgruppen und sozialen Schichten, aber Sprachbarrieren wurden erstaunlicherweise nicht entfernt. Gott scheint unterschiedliche Sprachen wertzuschätzen, sogar bis in die Ewigkeit (Offenbarung 5,9; 7,9).

 

Was bedeutet das für Kirchen heute? Wenn in einem Gottesdienst verschiedene Sprachen benutzt werden, sei es in Liedern, Gebeten oder der Predigt, fühlen sich Menschen anderer Muttersprache beachtet und willkommen. Auch wenn ihre eigene Sprache nicht immer dabei ist. Satz-für-Satz-Übersetzung von vorne zeigt Gottes Wertschätzung für unterschiedliche Sprachen. Und wenn jemand auf der Bühne eine andere Sprache spricht, wird das Signal gesendet, dass man in dieser Sprache in der Gemeinde mitarbeiten kann.

 

Kein einfacher Weg

Kürzlich besuchte ich den Gottesdienst einer angolanischen Kirche in Zürich (siehe Foto oben). In letzter Zeit stiessen nicht nur Leute aus anderen portugiesischsprachigen Ländern zu dieser Gemeinde, sondern auch ein paar Deutschsprachige/sprechende. Der Gottesdienst war dank jungen Übersetzenden durchgehend zweisprachig, zu meinem Glück – Portugiesisch verstehe ich kaum. Ich konnte entspannt folgen und fühlte mich, soweit das einem Gast möglich ist, zugehörig.

Der Pastor berichtete mir, dass der Übergang zur Zweisprachigkeit nicht reibungslos verlief. Die Zeitplanung wurde deutlich anspruchsvoller, damit sich die Gottesdienste nicht übermässig in die Länge zogen. Es war auch nicht einfach, die angestammten Gemeindemitglieder von der Änderung zu überzeugen. Aber die Vision, Kirche auch für Menschen anderer Herkunft zu werden, packte nach und nach die Leute. Ausserdem merkten sie, dass ihre heranwachsenden Kinder in der Gemeinde eher einen Platz fanden, seit sie auch die Sprache von Schule und Beruf hörten.

 

Öffnung wagen?

Wenn eine deutschsprachige Kirche weitere Teile der Gesellschaft ansprechen möchte, kommt sie nicht darum herum, sich die Frage nach den Sprachen zu stellen. Haben wir die Vision, auch Menschen anderer Sprachen zu zeigen, dass wir für sie offen sind? Dass sie nicht nur kommen, sondern sich auch aktiv beteiligen können? Vielleicht schlummern ja bei ihnen Begabungen, die unserer Gemeinde guttun würden. Sind wir bereit, dafür einen Teil unserer Komfortzone einzusetzen? Der erste Schritt muss nicht exotisch sein: einmal eine Predigt auf Hochdeutsch oder ein Lied in verschiedenen Sprachen… Schritte auf dem Weg mit einem Gott, der Sprachen liebt.

Johannes, welche Erfahrungen machst du selbst mit Mehrsprachigkeit in der Kirche?

Seit etwa einem Jahr bieten wir in Winterthur mit einem Team eine Art Entdecker-Bibelstudium für Migranten an, sogenannte Shalom-Treffen. Zuerst schauen wir einen Ausschnitt aus dem Jesus-Film in drei bis vier Sprachen. Anschliessend teilen wir uns in eine Männer-, Frauen- und Kindergruppe auf. Den Erwachsenen verteilen wir den Bibeltext auf Deutsch und in einer Sprache, die sie gut können, meistens sechs bis sieben verschiedene.

 

Wie verständigt ihr euch?

Die einzige Sprache, mit der alle in Berührung kommen, ist Hochdeutsch. Wenn sich jemand nicht so gut auf Deutsch ausdrücken kann, helfen wir einander, so gut es geht. Bis jetzt haben wir aber nicht für alle Sprachen Teilnehmende, die sicher übersetzen können. Da gibt es eine Hürde, wir haben keine volle Mehrsprachigkeit.

 

Wie gross ist der Aufwand mit all diesen Sprachen?

Bei der Vorbereitung müssen wir die Clips und die Bibeltexte in den benötigten Sprachen zusammenstellen. Das ist eine Fleissarbeit. Aber wenn wir erleben, wie die Teilnehmenden mehr und mehr von der Bibel verstehen, auch Menschen aus dem Buddhismus und dem Islam, dann lohnt sich dies.

Autor: Johannes Müller (veröffentlicht in «mein Nächster» 2025-1)

Foto: African Link

Erstellt: 01.02.2025

Interkulturalität: Gottes Dynamik für die Zukunft?

September 12, 2024 by

Unterschiedlicher hätten die Aussagen von Jakub und Naod kaum sein können. Die zwei eritreischen Brüder hatten gerade einen Workshop besucht, den meine Frau Barbara und ich leiteten. «Ich lese die Bibel nur auf Tigrinya. Sobald es möglich ist, möchte ich nach Eritrea und das Evangelium verkünden», meinte der eine. Der andere entgegnete: «Nein, ich lese die Bibel auf Deutsch. Wir sind in der Schweiz aufgewachsen, und ich will hier leben.»

Begeistert von Jesus sind beide, aber sie orientieren sich in ganz verschiedene Richtungen. Die Migrationssituation eröffnet unterschiedlichste neue Perspektiven – auch für die christliche Arbeit in der Schweiz.

 

Kirchen werden kulturell durchmischter

Seit ein paar Jahren schliessen sich immer mehr christliche Migrantinnen und Migranten Schweizer Gemeinden an. Sie beweisen viel Durchhaltevermögen, da einige Teile des Gemeindelebens nicht auf ihre Bedürfnisse zugeschnitten sind. Einen anderen Zugang bieten sozialdiakonische Programme, durch die Gemeinden Menschen aus anderen Kulturen ansprechen. Mit geeigneten Brückenangeboten, zum Beispiel Festen an christlichen Feiertagen oder gemeinsamem Bibellesen, können Interessierte den Weg zu Jesus finden und – was oft noch schwieriger ist – Teil einer Gemeinde werden.

 

Der interkulturelle Beauftragte der Schweizerischen Evangelischen Allianz (SEA), Egzon Shala, war in einer solchen Kirche auf Christen gestossen, die sein Potential erkannten. Egzons Herkunft aus einer muslimischen Familie aus dem Kosovo – in der Gesellschaft oft als Hindernis erlebt – wurde so zum «Trumpf» für ihn. In seiner jetzigen Funktion trägt er wesentlich dazu bei, dass sich die interkulturelle christliche Arbeit in der Schweiz entwickelt.

Wie kann eine Kirche das Potential von Migrantinnen und Migranten besser nutzen? Entscheidend ist das Signal, dass alle Menschen willkommen sind. Dies geschieht durch das Anbieten von Übersetzungen und die Möglichkeit, sich aktiv ins Gemeindeleben einzubringen, und das nicht erst, wenn sie genug Deutsch können. Dazu braucht es eine einfühlsame Begleitung auf ihrem Weg.

 

Kirchen verschiedener Prägung arbeiten zusammen

Über die letzten Jahrzehnte sind in der Schweiz Hunderte von sehr lebendigen Migrationskirchen und internationalen Gemeinden entstanden. Mit ihrem Enthusiasmus für Jesus und ihrer Überzeugung für Evangelisation können sie Schweizer Gemeinden inspirieren. Am besten eignen sich gemeinsame Aktionen verschiedener Kirchen. Vor einigen Jahren führten eine afrikanische, eine lateinamerikanische und eine Schweizer Gemeinde gemeinsam Strasseneinsätze an der Langstrasse in Zürich durch. In gemischten Teams konnten sie die Leute glaubwürdiger und kulturell sensibler ansprechen. Leider ist dieses Programm wieder eingeschlafen – interkulturelle Zusammenarbeit ist kein Selbstläufer, aber auch in Zukunft eine grosse Chance.

 

Die zweite Generation wird aktiv

Kaji Ruban ist als kleines Kind mit seiner Familie aus Sri Lanka in die Schweiz gekommen und wuchs hier in einer tamilischen Kirche auf. Als immer mehr Jugendliche die Gemeinde verliessen, wurde er von den Verantwortlichen freigesetzt, um eine Jugendkirche zu gründen. Die Sprache der «Airport Church» ist Schweizerdeutsch, die kulturelle Sensibilität südasiatisch. Inzwischen vernetzt sich die «Airport Church» immer mehr mit Schweizer Bewegungen, was zu einer gegenseitigen Bereicherung führt.

 

Im Raum Zürich Nord entstehen in letzter Zeit noch weitere junge Kirchen mit afrikanischem oder tamilischem Hintergrund. Nicht alle bekommen von ihren Herkunftskirchen dieselbe Freiheit zur Vernetzung, aber das Potential für neue Dynamiken in Gottes Reich wächst und macht Hoffnung. In der heutigen Schweiz, in der 40% der Bevölkerung einen Migrationshintergrund haben, öffnet Gott so neue Wege für das Evangelium. Am verheissungsvollsten wirken Entwicklungen, bei denen Schweizer und internationale Christen und Christinnen zusammenarbeiten. Sich dafür zu engagieren lohnt sich.

Autor: Johannes Müller (veröffentlicht in Making Mission Possible)

Foto: African Link

Erstellt: 12.9.24

«Ich hörte wieder Jesus’ Stimme: ‘Ich komme mit dir’»

September 3, 2024 by

In einer Serie der Schweizerischen Evangelischen Allianz zum diesjährigen Flüchtlingssonntag berichten Konvertiten, die mittlerweile in der Schweiz leben, von ihrem Leben. Heute erzählt Egzon aus Kosovo, wie ihn das Hin und Her geprägt hat. 

 

Egzon Shala ist im Westen von Kosovo in einer muslimischen Familie aufgewachsen. Mit drei Geschwistern erlebte er, bis der Krieg 1999 ausbrach, eine gute Kindheit. 1999 mussten Egzon und seine Familie über Nacht fliehen und alles zurücklassen. «Ich musste mit ansehen, wie viele Häuser in unserem und den Nachbardörfern niedergebrannt wurden.» 

 

Auf der Flucht – in die Schweiz 

 

Vom Kosovo ging es nach Montenegro, nach Italien und schliesslich nach Deutschland, wo die Familie Shala einige Monate in Asylunterkünften lebte. «Wir lernten eine neue Sprache, eine neue Kultur und eine neue Umgebung kennen.» Von 1999 bis 2004 gingen Egzon und seine Geschwister dort zur Schule und fanden gute Freunde. 

 

Nach einem negativen Asylentscheid entschieden sich die Eltern von Egzon, in die Schweiz zu fliehen und dort einen Asylantrag zu stellen. «In der Schweiz fing alles wieder von vorne an: Asylverfahren, Asylzentren, neue Schule, neue Freunde, neue Sprache.» 

 

Die Traumata, die Flucht, die Asylverfahren und vieles mehr hinterliessen tiefe Spuren in Egzon. Er war frustriert von sich selbst und vom Leben. Er hatte viele Fragen über das Leben und über Gott. Durch Aktivitäten wie Kampfsport, Partys und Schlägereien versuchte er die Fragen zu unterdrücken und zu ignorieren. 

 

Suche nach Jesus 

 

In Thun, wo Egzon zur Schule ging, lernte er in der neunten Klasse seine jetzige Frau Aline kennen. Sie war Christin und glaubte an Jesus – und sie verliebten sich ineinander. «Für uns Albaner war es peinlich, in die Kirche zu gehen. Aber aus Liebe zu Aline ging ich mit in einen Gottesdienst und war positiv überrascht.» 

 

Einmal in einem Gottesdienst hörte Egzon leise die Stimme von Jesus: «Egzon, ich liebe dich, genau wie ein Schweizer.» «Die Stimme war leise, aber sie drang in mein Herz.» Nach dem Erlebnis fing er an, mit Jesus zu reden und das Neue Testament zu lesen. «Ich konnte Jesus alles erzählen, was mich beschäftigt. Durchs Lesen der Bibel verstand ich, dass Jesus am Kreuz für mich gestorben ist und meine Sünden vergeben will.» Im Alter von 18 Jahren nahm Egzon Jesus Christus als Retter und Herrn an. 

  

Abschiebung in den Kosovo 

 

Wie schon in Deutschland erhielt die Familie Shala auch in der Schweiz einen negativen Asylentscheid. «Der Asylentscheid war legitim, aber trotzdem schmerzhaft.» Nach fünf Jahren Deutschland und vier Jahren Schweiz mussten sie mit Sack und Pack zurück in den muslimischen Kosovo. Der frisch konvertierte Egzon musste also Abschied nehmen von Aline und seinen Freunden. 

 

«Wir sassen im Flugzeug nach Pristina, da hörte ich wieder diese leise Stimme von Jesus: ‘Egzon, ich komme mit dir’. Ich spürte einen Frieden und die Gewissheit, dass Jesus bei mir ist und mit mir in den Kosovo kommt.» 

 

Im Kosovo fand Egzon eine Arbeit und konnte sich in einer lokalen Gemeinde integrieren. Seine Familie hatte kein Verständnis dafür und schämte sich für Egzon. Die Kultur im Kosovo basiert stark auf Ehre und Scham, das machte die Umstände für Egzon nicht einfacher. «Heute kann ich mit voller Überzeugung sagen, dass ich den Kosovo und meine Familie von ganzem Herzen liebe.» 

 

Zurück in der Schweiz 

 

Die Beziehung mit Aline führte Egzon während seiner Zeit im Kosovo über Skype weiter. Sie beteten gemeinsam und lasen zusammen die Bibel. «Wir spürten beide, dass Gott einen Plan für uns in der Schweiz hat und ich in die Schweiz zurückkehren sollte.» Da es nicht einfach ist, als ausgeschaffte Person wieder in die Schweiz zurückzukehren, besprachen sie ihr Vorhaben mit Freunden und Familien.  

 

Nach einiger Zeit liessen sie sich auf den Papierkrieg ein und bekamen schliesslich einen Termin beim Standesamt. Im Juli 2009 heirateten Egzon und Aline. «Heute haben wir zwei Söhne und sind 15 Jahre glücklich verheiratet.»

  

Vom Beruf zur Berufung 

 

2009, als Egzon in die Schweiz zurückkehrte, begann er eine Lehre als Carrosseriesattler im Betrieb seines Schwiegervaters. «Ich liebte meinen Beruf und arbeitete mit viel Leidenschaft. Als von 2015 bis 2019 die grosse Flüchtlingswelle in die Schweiz kam, arbeitete Egzon als Tagesbetreuer in verschiedenen Asylunterkünften. «Ich durfte an vielen Alltagssituationen von Asylsuchenden teilhaben und von ihnen lernen.» Gleichzeitig absolvierte der zweifache Vater die Weiterbildung als Migrationsfachperson mit eidgenössischem Fachausweis in Biel. 

 

«Seit 2019 arbeite ich bei der Schweizerischen Evangelischen Allianz SEA als interkultureller Beauftragter.» Gemeinsam mit einem Team leitet er die Arbeitsgemeinschaft interkulturell, die als Kompetenzzentrum für Flüchtlingsarbeit, Migration, interkulturelle Bildung und vieles mehr fungiert. «Ich habe auch ein grosses Herz für lokale Gemeinden und arbeite darum auch Teilzeit für unsere Gemeinde GPMC Thun.» 

Sie wollen einen Unterschied machen

August 12, 2024 by

Rückblick zu Catch the Vision24 Konferenz – 01.08. – 04.08.2024

Christinnen und Christen mit Migrationshintergrund wollen einen Unterschied machen

 

Rund 200 Christen mit Migrationshintergrund aus 28 verschiedenen Nationen folgten vom 01.08. – 04.08.2024 der Einladung an die Catch the Vision24 Konferenz. An der Konferenz nahmen Christinnen und Christen aus Afghanistan, Irak, Iran, Türkei, Syrien, Ukraine, Nigeria, Eritrea, Pakistan, Kosovo und anderen Ländern teil. Die meisten Teilnehmer haben viel Schwieriges erlebt, sei es Krieg, viele Nöte oder Verfolgung wegen ihres Glaubens an Christus. Die vier Tage im Kuspo (Lenk im Simmental) waren geprägt von fröhlicher Gemeinschaft, viel Lobpreis, Gebet und starken Inputs. Das alles hat Spuren hinterlassen und uns alle motiviert, den Auftrag Jesu in dieser Welt aus verschiedenen Blickwinkeln zu leben.

 

Die Vision

Die Catch the Vision24 folgte auf die Konferenz im 2022 mit 120 Teilnehmern. Unsere Vision: «Als Christen mit Migrationshintergrund möchten wir uns nicht von unserer Vergangenheit oder dem, was wir im Namen einer anderen Religion erlebt haben, bestimmen lassen. Sondern durch das, was Jesus Christus am Kreuz für uns getan hat. Wir wollen immer mehr entdecken, wer wir in Jesus Christus sind und was er durch uns in dieser Welt tun will».

 

Inhalt der Session

Egzon Shala eröffnete die Konferenz mit dem Bibeltext zu König Josia. Mit dem Gedanken, dass Gott auch heute unter den Christen mit Migrationshintergrund Menschen wie Josia beruft, um eine geistliche Erweckung zu bringen. Bischof Dr. Yassir Eric sprach über radikale tägliche Nachfolge und Berufung im Alltag. Joshua Haverland erinnerte uns daran, wie wichtig es ist, die Einheit zu bewahren. Sultan Assawahri sprach viel über seine Geschichte zur Versöhnung und dem Prozess immer wieder neu vergeben zu können. Dabrina Bet Tamraz begeisterte uns mit ihrem Impuls in der letzten Session über die Bedeutung eines heiligen Lebens in der heutigen Zeit. Zum Abschluss feierten wir gemeinsam das Abendmahl, in Erinnerung, dass wir als Christen aus verschiedenen Nationen in einem heiligen Bund mit dem lebendigen Gott stehen.

 

Erlebnisberichte von Teilnehmern

Wir möchten hier einige Teilnehmer zum Wort kommen lassen:

  • «Es hat mir sehr gefallen, wie das Wort Gottes hier verkündigt wurde. Ich werde mich auch immer daran erinnern, wie wir alle zusammen in der grossen Halle das Abendmahl gefeiert haben: Wir haben alle unsere Telefonlampen angezündet. Dann legten wir die Telefone auf den Boden und bildeten mit den Lichtern ein grosses Kreuz. Wir haben Brot und Traubensaft empfangen und alle zusammen als Brüder und Schwestern auf Jesus und das Kreuz geschaut und ihn gefeiert». Teilnehmer aus Burundi

 

  • «Eigentlich wollte ich nur eine Gruppe von zehn persisch sprechenden Freunden aus Genf zur Konferenz begleiten. Ich wollte ihnen diese vier Tage ermöglichen. Am Ende haben wir alle sehr von diesem Wochenende profitiert. Ich selbst habe viel von den Inputs mitgenommen, die wirklich hervorragend waren. Es war ungewöhnlich stark, wie wir alle zusammen die intensive geschwisterliche Gemeinschaft genießen konnten! Es war für mich wie ein Vorgeschmack auf den Himmel mit all den verschiedenen Kulturen, den Teilnehmern aus so vielen verschiedenen Nationen und Hintergründen. Es hat mich mehr als einmal zu Tränen gerührt und ich wurde von Gott berührt.

 

  • «Seit unserer Ankunft in der Schweiz ist diese Konferenz zweifellos unsere beste Erinnerung. Ich möchte auch allen Mitgliedern der Gruppe danken, die mit Ihnen zusammengearbeitet haben». Teilnehmer aus Iran

 

  • «Wir waren drei spanisch sprechende Teilnehmende, die zusammen zur Konferenz gekommen waren. Wir waren zu Tränen gerührt, wir haben Gott noch nie so stark erlebt». Teilnehmer aus Venezuela

 

Veranstalter: SEA Interkulturell, BIR, OM, SAM Global, Missionplus, Communio Messianica, Cultures Training und MEOS.

Autoren: Egzon Shala und Niklaus Meier

Befreiung durch Gebete

Juli 29, 2024 by

In einer Serie der Schweizerischen Evangelischen Allianz zum diesjährigen Flüchtlingssonntag berichten Konvertiten, die mittlerweile in der Schweiz leben, von ihrem Leben. Heute erzählt Yeshim aus der Türkei, wie sie Befreiung durch Jesus erlebt hat.

 

Yeshim wurde in einem kleinen Dorf in der Nähe von Kahramanmaras geboren und wuchs dort auf. Als alevitische Kurdin erlebten sie und ihre Familie politische Spannungen. Zu dieser Zeit war Yeshim bereits mit ihrem Mann verheiratet und erwartete ihr erstes Kind. Ihr Mann reiste in die Schweiz, um ein Familien-Asylgesuch zu stellen – bald darauf durften auch Yeshim und ihre älteste Tochter nachkommen.

 

Ankunft und Integration in der Schweiz

Dadurch, dass sie kein Deutsch konnte, war das erste Jahr in der Schweiz eine grosse Herausforderung für Yeshim. Es war schwierig für sie, mit den Einheimischen in Kontakt zu kommen. In ihrer Nachbarschaft, im Lerchenfeld Thun, organisierten einige Christen immer wieder Gemeinschaftstreffen auf dem Spielplatz. Etwa Grillfeste mit gemeinsamen Mahlzeiten usw.

 

Diese Treffen boten auch die Gelegenheit zur spirituellen Erneuerung. Es wurde für kranke Menschen gebetet, die Heilung an ihrem Körper erlebten. An einem dieser Treffen erlebte Yeshim zum ersten Mal die Kraft des Heiligen Geistes.

 

Ein neuer Weg im Glauben

Nach dem Erlebnis auf dem Spielplatz entschied sich Yeshim für ein Leben mit Jesus. Sie ging zu ihrem Pastor und sagte zu ihm: «Ich will Jesus kennenlernen.»

 

Als Kettenraucherin hatte sie den Wunsch, damit aufzuhören, aber ihr fehlte die Kraft dazu. Weil sie wusste, dass der Heilige Geist wirken kann, betete sie zu Gott: «Zeig dich mir, wenn du wirklich in die Welt gekommen bist und für unsere Sünden gestorben bis. Ich will dich spüren, Jesus. Ich will nicht mehr rauchen – hilf mir, dann weiss ich, dass es dich gibt.» Als sie das nächste Mal eine Zigarette rauchen wollte, ekelte sie sich plötzlich davor und hat seither keine Zigarette mehr geraucht. Yeshim erlebte Befreiung am eigenen Leibe.

Innere Veränderung trotz äusserer Beständigkeit

Juli 3, 2024 by

In einer Serie der Schweizerischen Evangelischen Allianz zum diesjährigen Flüchtlingssonntag berichten Konvertiten, die mittlerweile in der Schweiz leben, von ihrem Leben. Heute erzählt Ahmedin aus Äthiopien, warum er begann, in der Bibel zu lesen.

 

Ahmedin, aufgewachsen in einer muslimischen Familie in Äthiopien, wurde schon früh im Islam unterrichtet – er studierte mit seiner Grossmutter den Koran und betete jeweils fünfmal täglich. Dann wurde in seiner Schule einmal der Jesus-Film gezeigt – dieser Film veränderte die Sicht von Ahmedin und änderte schlussendlich sein ganzes Leben.

 

Gott kann nicht sterben?!

Im Jesus-Film sieht man die Szene, wie Jesus am Kreuz hängt und stirbt. Ahmedin fragte sich, wie ein Gott sterben kann. Im Islam ist Gott jemand, der stark und mächtig ist, nicht jemand, der erbärmlich am Kreuz stirbt. Er begann daraufhin, jeden Morgen die Bibel zu lesen und mit einem Pastor auszutauschen. Der Pastor erklärte ihm, wer Jesus ist und warum er am Kreuz sterben musste. «Jesus starb am Kreuz für meine Sünden. Jesus starb nicht, weil er schwach war, sondern aus Liebe.» Der Tod am Kreuz zeige, dass Jesus die Menschen liebt und dass er sich selbst hingab für uns.

 

Innere Veränderung durch Jesus

Nachdem er dies begriffen hatte, nahm Ahmedin Jesus als Retter und Erlöser an. Nach der Entscheidung begann ein innerlicher Veränderungsprozess. Äusserlich hat sich scheinbar nichts verändert. Ahmedin trägt immer noch das Kufi, eine randlose, kurze und abgerundete Mütze, die von vielen Männern in Afrika getragen wird. «Innerlich fühle ich Frieden und die Angst vor dem Tod ist verschwunden. Ich weiss, dass ich nach dem Tod in den Himmel komme und Jesus treffen werde.»

 

In Matthäus, Kapitel 11, Vers 28 sagt Jesus: «Kommt alle her zu mir, die ihr euch abmüht und unter eurer Last leidet! Ich werde euch Ruhe geben.» Diesen Frieden, den Jesus dort verspricht, hat Ahmedin in seinem Leben erfahren.

 

Glauben in der Familie

Nach seiner Bekehrung kehrte Ahmedin zu seiner Familie zurück. Sie bemerkte die Veränderungen, die sich in seinem Leben zeigten. «Ich begann, meiner Familie und Freunden von Jesus zu erzählen.»

 

Ahmedin realisierte, dass er rein aus Gnade errettet ist – nicht wegen seiner guten Werke oder weil er viel glaubt. «Glaube, der Werke hervorbringt, ist gut, aber es ist nicht heilsentscheidend.» Einige Familienmitglieder von Ahmedin nahmen Jesus auch als ihren Erlöser an.

Plötzlich waren die Brüder verschwunden

Juli 3, 2024 by

In einer Serie der Schweizerischen Evangelischen Allianz zum diesjährigen Flüchtlingssonntag berichten Konvertiten, die mittlerweile in der Schweiz leben, von ihrem Leben. Den Anfang macht Aida aus dem Iran.

 

Mein Name ist Aida. Ich bin im südlichen Iran aufgewachsen. Meine Familie war nicht sehr religiös. Ich habe zwei ältere Brüder. Der eine, Amir, hatte grosse Probleme und rutschte in die Drogen- und Alkoholsucht ab. Er hatte aber einen christlichen Freund, der ihm immer wieder vom Glauben an Jesus Christus erzählte. Durch diesen Freund entschied sich mein Bruder für ein Leben mit Jesus Christus und wurde frei von Drogen und Alkohol. Mein Bruder erzählte uns von einem liebenden Gott, der immer da ist und dir zuhört. Er sagte auch, dass man im Namen Jesus beten kann.

 

Mein Vater starb, als ich 16 Jahre alt war. Ich war sehr enttäuscht von Gott und glaubte seither nicht mehr daran, dass es irgendeinen guten Gott gibt – ich ging ohne Glauben durchs Leben. Aus dem Grund konnte ich das, was mein Bruder uns erzählte, nicht glauben.

 

Antwort auf ein verzweifeltes Gebet

Ein Erlebnis veränderte diese Haltung radikal: Mein zweiter Bruder wurde auch Christ. Er und Amir evangelisierten auf der Strasse und wurden darum festgenommen. Wir als Familie wussten über zwei Wochen nicht, wo sie sind und wie es ihnen geht. In der Verzweiflung erinnerte ich mich daran, was mein Bruder gesagt hat: «Bete im Namen Jesus!» Genau das tat ich an dem Tag zum ersten Mal. Tags darauf wurden meine Brüder freigelassen und kamen nach Hause zurück. Aufgrund dessen entschied ich mich für ein Leben mit Jesus Christus – er hat mir in meiner Hoffnungslosigkeit neue Hoffnung gegeben.

 

Flucht

Meine Mutter und meine Schwester wurden auch Christen. Die erweiterte Familie, unsere Onkel und Tanten konnten dies nicht verstehen. Auch viele Freunde distanzierten sich von uns, weil wir an Jesus glauben. Meine Brüder evangelisierten mutig weiter und führten viele Menschen zu Jesus – sehr zum Ärger der Regierung. Die Situation verschärfte sich so weit, dass wir uns dazu entschieden zu fliehen. Glücklicherweise konnten wir mit dem Flugzeug gehen, so flogen wir vom Iran in die Schweiz. Wir fanden eine Gemeinde, in der wir uns wohlfühlen und aufgenommen wurden. Wir können frei und ohne Angst Gott anbeten und ihn loben.

Muslime begegnen Jesus und folgen ihm nach

Juni 4, 2024 by

Rund 110 Millionen Menschen sind weltweit auf der Flucht. Viele von ihnen flüchten auch wegen ihrer Religion. Mit der immer steigenden Zahl der Konversionen nimmt aber auch die Verfolgung zu. Deshalb müssen viele Konvertiten ihre Heimat verlassen und fliehen beispielsweise in die Schweiz. Um auf die Situation der konvertierten Personen aufmerksam zu machen, lädt die Schweizerische Evangelische Allianz SEA-RES gemeinsam mit anderen Organisationen die Kirchen zu verschiedenen Aktivitäten anlässlich der diesjährigen Flüchtlingstage rund um den 16. Juni 2024 ein.

 

In der Schweiz angekommen werden die Konvertiten mit neuen Herausforderungen konfrontiert: das Asylverfahren, Diskriminierung, die Ablehnung durch die eigene Familie, geistliche Bedürfnisse, die Integration in eine lokale Kirche.

Anlässlich der Kampagne zum Flüchtlingssonntag veröffentlicht die Arbeitsgemeinschaft Interkulturell der Schweizerischen Evangelischen Allianz in den nächsten Monaten Videos, in denen Konvertiten aus erster Hand von ihrer Bekehrung, ihrer Flucht und ihrer Zeit in der Schweiz erzählen.

Zudem gibt die Arbeitsgemeinschaft Interkulturell im November 2024 ein Handbuch unter dem Titel «Muslime begegnen Jesus Christus und folgen ihm nach» heraus. Es soll interkulturelle Begleitpersonen und Mitarbeitende lokaler Kirchen in ihrer wertvollen Arbeit unterstützen, Konvertiten zu begleiten und zu fördern. Aus der Praxis für die Praxis geschrieben, enthält das Handbuch Erläuterungen über den Prozess, wie Muslime zum Glauben an Jesus kommen, welche Rolle Jüngerschaft hat, die Bedeutung der Taufe von Konvertiten sowie das Asylverfahren in der Schweiz. Ergänzende Lebensgeschichten von ehemaligen Muslimen, die Jesus Christus begegnet sind und ihm nachfolgen, , werden berührende Einblicke geben.

 

Eine Konvertitin aus dem Iran ist Aida. Sie erzählt im ersten Video der Serie aus ihrem Leben:

Mein Name ist Aida. Ich bin im südlichen Iran aufgewachsen. Meine Familie war nicht sehr religiös. Ich habe zwei ältere Brüder. Der eine, Amir, hatte grosse Probleme und rutschte in die Drogen- und Alkoholsucht ab. Er hatte aber einen christlichen Freund, der ihm immer wieder vom Glauben an Jesus Christus erzählte. Durch diesen Freund entschied sich mein Bruder für ein Leben mit Jesus Christus und wurde frei von Drogen und Alkohol. Mein Bruder erzählte uns von einem liebenden Gott, der immer da ist und dir zuhört. Er sagte auch, dass man im Namen Jesus beten kann.

Mein Vater starb, als ich 16 Jahre alt war. Ich war sehr enttäuscht von Gott und ich glaubte seither nicht mehr daran, dass es irgendeinen guten Gott gibt – ich ging ohne Glauben durchs Leben. Aus dem Grund konnte ich das, was mein Bruder uns erzählte, nicht glauben.

Ein Erlebnis veränderte diese Haltung radikal: Mein zweiter Bruder wurde auch Christ. Er und Amir evangelisierten auf der Strasse und wurden darum festgenommen. Wir als Familie wussten über zwei Wochen nicht, wo sie sind und wie es ihnen geht. In der Verzweiflung erinnerte ich mich daran, was mein Bruder gesagt hat: «Bete im Namen Jesus!» Genau das tat ich an dem Tag zum ersten Mal. Tags darauf wurden meine Brüder freigelassen und kamen nach Hause zurück. Aufgrund dessen entschied ich mich für ein Leben mit Jesus Christus – er hat mir in meiner Hoffnungslosigkeit neue Hoffnung gegeben.

Meine Mutter und meine Schwester wurden auch Christen. Die erweiterte Familie, unsere Onkel und Tanten konnten dies nicht verstehen. Auch viele Freunde distanzierten sich von uns, weil wir an Jesus glauben. Meine Brüder evangelisierten mutig weiter und führten viele Menschen zu Jesus – sehr zum Ärger der Regierung. Die Situation verschärfte sich so weit, dass wir uns dazu entschieden zu fliehen. Glücklicherweise konnten wir mit dem Flugzeug gehen, so flogen wir vom Iran in die Schweiz. Wir fanden eine Gemeinde, in der wir uns wohlfühlen und wir aufgenommen wurden. Wir können frei und ohne Angst Gott anbeten und ihn loben.

Sehen Sie sich das erste Video mit Aida aus dem Iran an

Muslime begegnen Jesus und folgen ihm nach – Flüchtlingssonntag 2024

 

 

Interkulturelle Theologie

April 30, 2024 by

Interkulturelle Theologie

 

Wie kann interkulturelle Gemeindeaufbau in der Praxis aussehen? Was motiviert Verantwortliche und wie fängt es an? Hierum geht es in einer Videoserie der Arbeitsgemeinschaft interkulturell werden verschiedene Projekte und Beispiele aus der Praxis vorgestellt. Im letzten Video der Serie besprechen Egzon Shala und Peter Bruderer drei Aussagen zu interkultureller Theologie.

 

«Du musst so werden wie ich.»

Wenn Menschen aus anderen Kulturen zu uns kommen, begegnen wir ihnen oft mit bestimmten Einstellungen, erklärt Peter Bruderer. Eine davon sei, dass wir von ihnen erwarteten, so zu werden wie wir. «Aus biblischer Sicht ist das eine Fehleinschätzung», sagt Bruderer. Alle Menschen seien aufgerufen, sich auf Christus zu verändern.

Im neuen Jerusalem, wenn alle Kulturen zusammenkommen, hätten alle Kulturen etwas Wertvolles einzubringen. Das bedeute, dass es eine wertvolle Identitätskomponente gebe, die jede Kultur einzubringen habe, so Bruderer weiter.

 

«Ich kann so bleiben wie ich bin.»

Auch dies sei aus biblischer Sicht ein Irrtum, so Bruderer weiter. Alle Menschen seien erlösungsbedürftige Wesen, die durch die Tat Jesu am Kreuz erlöst worden seien. Mit dem Kreuzestod Christi beginne der Prozess der Verwandlung. Jede Kultur habe Aspekte, die aus der Sicht von Gottes Ethik und Werten als Segen oder als problematisch zu bewerten seien. «Deshalb sind alle eingeladen, sich auf Christus hin,  in sein Wesen zu verwandeln», so Bruderer weiter. Diese Aufforderung sei auch im Neuen Testament in den Briefen sichtbar. Der Apostel Paulus habe offen angesprochen, wohin sich die einzelnen Kulturen auf Christus hin wandeln sollen.

Wichtig für diese Transformation sei die Mitte, das, was Jesus für die Menschen getan habe. Das sei unser Fundament, auf dem alle stehen, so Bruderer weiter. Nicht der Fremde, der zu uns komme, müsse sich ändern, sondern wir alle gingen gemeinsam an einen neuen Ort. Wir sind alle auf dem Weg zu Christus und werden dort durch sein Werk zusammengeführt», so Bruderer.

 

Völker vereint vor dem Kreuz

Historisch gesehen waren Religion und Glaube immer abhängig von Ethnie, Land oder Herrschaftsgebiet. Der christliche Glaube habe diese Kategorien, die den Glauben früher definiert hätten, aufgehoben, erklärt Bruderer. Der monotheistische Glaube an den Schöpfer aller Menschen, an Christus, der für alle Menschen gestorben ist, habe die Kategorisierung der Menschen aufgehoben, so Bruderer weiter. Wenn das Kreuz in unsere Mitte gestellt wird, können wir uns alle dort treffen und Gemeinschaft, Frieden und Versöhnung erfahren, die unsere Welt so dringend braucht», so Peter Bruderer. «Dann kann unsere christliche Gemeinschaft ein großes Vorbild in unserer Gesellschaft sein».

 

 

Das Video finden sie hier

Webseite Kirche – Same but different

 

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