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Eine internationale Gemeinde bauen!
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News

Eine internationale Gemeinde bauen!

Juli 7, 2020 by

Veröffentlicht am 29. April 2013 von Mario Wahnschaffe

 

  1. Der biblische Auftrag, die Nationen zu mobilisieren

Gottes Vision mit Israel war niemals ein Volk, das sich von der Welt abschotten und zurückziehen sollte, sondern Gottes Idee mit Israel war von Anfang an evangelistisch. Die Berufung Abrahams hatte schon damals die Nationen im Blick, die durch ihn und sein Volk gesegnet werden sollten mit der rettenden Liebe Gottes.

1.Mos.12:3 „und in dir sollen gesegnet werden alle Geschlechter der Erde!“

Ist das der Auftrag an einen Mann, der sich zurückziehen sollte von den anderen Völkern, um in Abgeschiedenheit zu leben? Nein, dies klingt eher wie ein Missionsbefehl an Abraham, ein Segen zu sein für alle Völker. Und so war auch das Leben von Abraham, Immer missionarisch:

  • Im Gebet setzt er sich ein für die verlorene Stadt Sodom 1.Mos.18
  • Er wohnte unter den Terebinten Mamres, des Amoriters, des Bruders von Eschkol und Aner und die waren seine Bundesgenossen. 1.Mos.14:13

 

Gottes Vision für die Völker war auch im alten Testament, dass sie ihn kennen lernen und auch seine Herrlichkeit. Gott wollte sich nicht verborgen halten vor den Völkern, er wollte bei ihnen sein in seiner Macht und dass die Nationen ihn erkennen und ihn preisen.

  • 96:3,7 „Erzählt unter den Nationen seine Herrlichkeit. Gebt dem Herrn, ihr Völkerstämme, gebt dem Herrn Ehre und Macht.“
  • 86:9 „Alle Nationen, die du gemacht hast werden kommen und vor dir anbeten, Herr und deinen Namen verherrlichen.“
  • 22:28,29 „Vor dir werden niederfallen alle Geschlechter der Nationen. Denn dem Herrn gehört das Königtum, er herrscht über die Nationen.“
  • 1:11 „Denn vom Aufgang der Sonne bis zu ihrem Untergang ist mein Name groß unter den Nationen.“
  • Röm.15:9 „Damit die Nationen aber Gott verherrlichen möchten um der Barmherzigkeit willen.“
  • 15:4 „… denn alle Nationen werden kommen und vor dir anbeten, weil deine gerechten Taten offenbar geworden sind.“
  • Chr.6:32,33 „Höre Du auf das Gebet des Ausländers, damit alle Völker der Erde deinen Namen erkennen.“

 

Gott wollte durch Israel sein erwähltes Volk seine Herrlichkeit, aber auch seine Güte und Liebe demonstrieren. Dies sollte sich auch in der gerechten Gesetzgebung des Wortes ausdrücken:

  • Mos.22:20 „Den Fremden sollst du weder unterdrücken, noch bedrängen, denn Fremde seid ihr im Land Ägypten gewesen seid.“

Immer wieder wird uns im Wort Gottes berichtet, wie das Volk Gottes einen heilbringenden Einfluß nahm auf die „Nationen“ oder „Heiden“. Durch das Beispiel Israels lernten einzelne Heiden nicht nur den lebendigen Gott kennen, sondern wurden auch seine Diener.

  • Uria, der Hethiter, kämpfte mit Hingabe für David, für Israel und für die Lade des Herrn. 2.Sam.11:11
  • Jitro, der Schwiegervater und gleichzeitig Ratgeber Moses. 2.Mos.18:13-27
  • Hiram-Abi war der Bauleiter des salomonischen Tempels, der Sohn eines Tyrers. Salomo htte, wie auch sein Vater David, eine gute Beziehung zu dem König von Tyros, Hiram. 2.Chr.2:12
  • Kyros, mächtiger König der Perser, wird von Gott als Werkzeug der Rettung für Israel benutzt und ermöglicht die Rückführung der Juden nach Jerusalem. Jes.45:1-7
  • Ruth, die moabitische Schwiegertochter der Naomi ist so überzeugt von dem Glauben ihrer Schwiegermutter, daß sie ihre Heimat verläßt und Naomi nach Israel folgt: „Wo du hingehst, da will ich auch hingehen.“ Rut 1:16

 

Die internationale Gemeinde im Neuen Testament

Auch im NT finden wir einen Auftrag Gottes, der alle Nationen umspannt: Den Missionsbefehl.

  • 16:16 „Und Jesus sprach zu ihnen: Geht hin in die ganze Welt und predigt das Evangelium der ganzen Schöpfung.“
  • 28:19 „Geht nun hin und macht alle Nationen zu Jüngern, und tauft sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes, und lehrt sie alles zu bewahren, was ich euch geboten habe.“

Der Missionsbefehl und der Befehl zur Ausbildung in Jüngerschaft erging für alle Nationen. Jesus gibt den Jüngern also kurz vor seiner Rückkehr zum Vater den Befehl eine internationale Gemeinde zu bauen und der Heilige Geist bekräftigt dies, indem er zur Geburtsstunde der ersten Gemeinde 3000 neue Gläubige aus der ganzen damaligen Welt schenkt. Die neuen Gläubigen kamen damals aus allen bekannten und wichtigen Sprachgebieten. Ist es nicht interessant, was zum Startschuß der ersten Gemeinde auf der Erde alles von Gott gewirkt wird:

  • Das übernatürliche Zeichen des Redens in anderen Sprachen
  • Das jüdische Pfingstfest versammelte Juden aus allen Nationen in Jerusalem, von denen an diesem Tag viele zum Glauben kamen, durch die Taufe der Gemeinde hinzugetan wurden und nach Abschluß des Festes als erste natürliche „Missionare“ in ihre Heimat gingen.

Noch sind die ersten Christen allein Juden, wenn sie auch schon aus verschiedenen Nationen kommen. Zuerst erschien es für die Apostel und die erste Gemeinde unmöglich, Nichtjuden (Heiden) in die Gemeinde Jesu aufzunehmen. Den Auftrag Jesu, alle Nationen mit dem Evangelium zu erreichen nahmen die Apostel nicht wahr und beschränkten ihre Arbeit auf Jerusalem und auf die Juden. Bald allerdings erfüllten diesen Auftrag unbekannte einfache Christen aus Zypern und Kyrene, die in der Stadt Antiochia „auch zu den Griechen (gleichbedeutend mit dem Begriff: nicht-jüdische Nationen) redeten, indem sie das Evangelium von dem Herrn Jesus Christus verkündigten.“ Eine große Zahl von Nicht-Juden kam zum Glauben und so formte sich eine internationale Gemeinde in Antiochia, die zum ersten Mal auch Juden und Heiden bestand.

 

Gemeinde zu Antiochia

Warum die Gemeinde zu Antiochia blühte und die Gemeinde zu Jerusalem starb! Es ist äußerst interessant diese Gemeinde in Gegenüberstellung zu Jerusalem zu studieren: Eigenschaften der Gemeinde in Antiochia:

  • Die Mitglieder bestehen aus Menschen verschiedener Nationen und Rassen. Apg.11:20,21
  • Die Jünger werden das erste Mal „Christen“ genannt. Man identifizierte sie nicht mehr als Juden sondern „Christus ähnlich“
  • Die Leiterschaft der Gemeinde war international. Unter ihnen gab es nicht nur Juden, sondern auch einen Simeon, genannt Niger (lat. für schwarz), ein Hinweis darauf, daß hier der erste farbige Afrikaner Teil einer christlichen Gemeindeleitung war!
  • Die Gemeinde hatte eine internationale Vision: Sie sandte Missionare aus. Unter den ersten waren Barnabas und Saulus. Saulus oder später Paulus wird der bekannteste Völkermissionar. Paulus war einer der ersten, der nicht nur die Vision der internationalen Mission aufgenommen hatte sondern auch internationale Mitarbeiter in sein Team integrierte:

Timotheus, der engste Mitarbeiter des Paulus war ursprünglich unbeschnitten Sohn eines Griechen. Apg.16:1-3. In Röm.16 lesen wir in der Grußliste des Paulus an seine Mitarbeiter wie viele griechische und römische Namen bekehrter Heiden vorhanden sind. Ein internationales Mitarbeiterteam!

 

Gemeinde in Jerusalem

Die Eigenschaften der Gemeinde in Jerusalem und die Gründe warum die Jerusalemer Gemeinde starb:

  • Die Mitglieder waren nur beschnittene Juden und
  • sie wurden erkannt als „Eiferer für das Gesetz“ Apg.21:20
  • Die Leiterschaft bestand nur aus Juden.
  • Die Gemeinde hatte keine Vision für weltweite Mission, geschweige denn die Nationen zu erreichen.

Die Jerusalemer Gemeinde starb, da sie dem Missionsbefehl Jesu nicht gehorsam war und aus dem selben Grund blühte Antiochia, da sie in ihrer Stadt und weltweit den Missionsbefehl Jesu gehorsam war.

 

  1. Die Vision der internationalen Gemeinde

Die Vision unserer internationalen Gemeinde begann im Jahr 1996 mit einer Prophetie in einem Sonntags-Gottesdienst. Ich bat alle Anwesenden, die nicht aus Deutschland stammen, sondern aus einer anderen Nation hierher gekommen waren nach vorne zu kommen. als ich die Augen öffnete, war ich überrascht, daß damals schon mehr als ein Drittel der Anwesenden, aus einer anderen Nation in unsere Gottesdienste kam. Die Prophetie, die ich empfing lautete so:

„Du kommst aus einer anderen Nation in diese Stadt und in diese Gemeinde und dies ist nicht ein Zufall oder das Ergebnis von Umständen, sondern ich, der Herr, habe Dich aus Deiner Heimat hierher geführt für einen bestimmten Auftrag: du sollst dieser Gemeinde helfen, eine internationale Gemeinde zu werden, die fähig ist, alle Nationen dieser Stadt mit dem Evangelium zu erreichen.“

Ich kann mich noch gut an diesen Gottesdienst erinnern, Tränen flossen und etwas schien durchbrochen? Was war es? Zunächst waren wir uns nur gewiß, daß Gott gesprochen hatte und eine neue Art von Einheit in der Gemeinde geschaffen hatte. Heute weiß ich und kann mit Worten ausdrücken, was Gott durchbrochen hatte. Es war die Art unseres Gemeindedenkens. Wir hatten, wie gesagt schon damals viele Mitglieder und Besucher aus anderen Nationen, dennoch war unsere Identität:

  • Wir waren eine deutsche Gemeinde, die sich edelmütig um die „armen Ausländer“ kümmerte.

Dies war zwar gut gemeint, führte aber zu einseitigen Beziehungen zwischen „uns Deutschen“ und „den Ausländern“. Dieses Denken teilte die Gemeinde in zwei Klassen und war abwertend für unsere internationalen Freunde. Was seit diesem Tag zuerst verändert wurde in uns war unser Denken und das bis heute. Unser heutiges Bild von unserer Gemeinde ist: Wir sind keine deutsche Gemeinde mehr. Wir sind internationale Geschwister und bauen Schulter an Schulter mit unseren verschiedenen geistlichen Gaben und unterschiedlichen kulturellen Hintergründen eine internationale Gemeinde.

 

  1. Die Herausforderung Brücken zu bauen und Barrieren überwinden

In den vergangenen 8 Jahren hat unsere Gemeinde eine gewaltige Transformation erlebt, wir sind immer noch dabei die Vision der internationalen Gemeinde in alle Arbeits- und Lebensbereiche der Gemeinde zu übertragen. Dabei haben wir versucht alle 5 Bereiche der Gemeindeaufträge abzudecken:

  1. Gemeinschaft
  2. Anbetung
  3. Lehre
  4. Dienst
  5. Evangelisation

 

1. Gemeinschaft

Kommunikation ist das A und O in der internationalen Gemeinde. Wir haben über die Jahre jetzt einen sehr effektiven Übersetzungsdienst eingerichtet der Gottesdienst und Seminare in bis zu 7 Sprachen simultan übersetzten kann. Mit Sprachen wie: englisch, französisch, russisch, polnisch, chinesisch, persisch, arabisch, spanisch, u.a. Dieses Team ist unter anderem das Herzteam unserer internationalen Gemeinde. Wir haben jetzt die dritte sehr moderne Übersetzungsanlage und schaffen jetzt unsere vierte an und werden dann bis zu 50.000,-€ in unsere Übersetzungstechnik investiert haben innerhalb von 8 Jahren. Es ist eine Investition der Liebe. Während die Sonntagsgottesdienste darauf hin ausgerichtet sind, dass Mitglieder aller Nationen sich treffen können, haben wir unterschiedliche Hauszellgruppen.

Wir haben international geprägte Hauszellgruppen.

  • Da wir aber auch viele Mitglieder haben, die die deutsche Sprache noch nicht beherrschen haben wir auch Hauszellgruppen, die fremdsprachig sind. Im Moment: 1 englische, 1 französische, 1 persische, 1 chinesische, 2 russische, 1 polnische Hauszellgruppe.
  • Nationale HZGs helfen eine Heimat zu schaffen in einer großen unübersichtlichen Gemeinde. Jesus kann in der Muttersprache gepriesen und angebetet werden. Man kann seine eigenen Probleme besser teilen mit Leiter die die Muttersprache und den kulturellen Kontext besser verstehen.

Die Gemeinschaftsbrücke zwischen den Nationen wird immer wieder durch folgende Veranstaltungen geschlagen:

 

Internationales Frühstück:

Hier versammeln sich Leiter und Mitarbeiter aus den verschiedenen Nationen mit dem Ältesten für internationale Zusammenarbeit und dem Hauptpastor und anderen deutschen Leitern und es können aktuelle Probleme und Bedürfnisse angesprochen werden und eine Lösungsstrategie entwickelt werden. Das internationale Frühstück ist die Kommunikationszentrale unserer Gemeinde.

Internationale Gottesdienste:

In den internationalen Gottesdiensten besteht die Möglichkeit, daß unsere verschiedenen nationalen HZGs mit ihren Sprechern das internationale Leben unserer Gemeinde darstellen können.

 

2. Lobpreis

Die Lobpreisteams werden ermutigt immer wieder Elemente aus anderen Ländern in den Lobpreis zu integrieren. Dabei soll die Liedauswahl auch sprachlich ausgewogen sein zwischen deutsch und englisch. Ab und zu wird auch mal ein Lied in einer anderen Sprache gesungen. Die Lobpreisleiter versuchen aktiv auch Mitarbeiter anderer Nationen zu integrieren und auch ihre kulturelle musikalische „Note“. Wir versuchen Liedfolien zweisprachig zu produzieren in Deutsch und in Englisch. zu Silvester wird der gesamte Lobpreis nur von internationalen Mitgliedern gestaltet, was eine sehr bunte und fröhliche Feier ist für unseren Herrn!

 

3. Lehre

Gemeinsam wollen wir Gottes Wort studieren und dadurch gemeinsam ausgerichtet werden auf den Auftrag Jesu Gemeinde zu bauen. Da unsere Geschwister nicht nur einen vielfältigen kulturellen Hintergrund haben, sondern ebenso auch einen vielfältigen theologischen Hintergrund haben ist es wichtig, daß wir gesunde und ausgewogene Lehre zum Zentrum haben.

  • Gottes Wort und die gesunde ausgewogene Lehre ist wichtiger als:
  • Kleidungsstile
  • Gebetsstile
  • Emotionalität im Lobpreis
  • Sonderlehren

 

4. Dienst

Wir haben herausgefunden, daß es in unserer Gemeinde eine große Schwierigkeit für Internationale gab: Nämlich die geistliche Arbeitslosigkeit. Sie war begründet durch verschiedene Lügen, die unsere Geschwister aus anderen Ländern lähmten:

  • Du kannst nicht richtig gut und genug deutsch, um deinen Dienst hier zu tun
  • Die Deutschen brauchen meine Begabungen nicht
  • Die Deutschen verstehen und schätzen meine Mentalität nicht
  • Ein Ausländer sollte nicht Leiter von Deutschen sein

Hier war es besonders wichtig in unserer Gemeinde auf die Worthygiene zu achten:

„Deutsche Gemeinde“ – Wir kommunizieren regelmäßig, daß wir keine deutsche Gemeinde mehr sind, sondern eine internationale Gemeine, in der wir Schulter an Schulter gleichberechtigt nebeneinander arbeiten und unsere verschiedenen Begabungen und kulturellen Hintergründe schätzen.

„Ausländer“ – Dieses Wort ist demotivierend, da es ausgrenzt und klassifiziert. Dieses Wort ist nach Heb.11:13-16 und Gal.3:28 nicht mehr gültig. Danach sind wir als gläubige Christen nicht mehr in erster Linie Bürger einer Nation auf Erden, sondern Bürger des Himmels. Der Schlüssel dazu lag bei mir als Pastor. Gott fragte mich, nachdem viele Arbeitskreise nun schon international waren und zum Teil schon von internationalen geleitet wurden, wie lange ich noch den Ältestenrat deutsch belassen wollte. Also integrierten wir zwei ghanäische Älteste in unsere Ältestenschaft, die kein Wort deutsch reden können. Seitdem waren unsere Ältestensitzungen zweisprachig. Das ist manchmal mühselig, aber der Effekt in der Gemeinde war überwältigend!

 

5. Evangelisation

Es liegt ein besonderer Segen darauf, mit einem internationalen Team zu evangelisieren. Jesus lehrt in Joh.17:23, daß die Welt an unserer Einheit erkennen wird, daß Jesus vom Vater gesandt wurde, die Menschen zu retten.

So gibt es in unserer Gemeinde viele Zeugnisse, wie Menschen zum Glauben kommen, auch weil sie sehen wie wir nationale Schranken bei uns überschreiten:

  • Internationaler Kindergarten
  • Unsere fremdsprachigen Hauszellgruppen kommen regelmäßig auf die Straße und helfen unserem Evangelisationsteam beim predigen und evangelisieren in der Stadt.
  • Unsere Lebensmitteausgabe hat internationale Mitarbeiter kommuniziert zweisprachig und zieht 120 Bedürftige an, die Hälfte davon russisch sprachige jüdische Mitbürger.
  • Unsere Jugendevangelisationen in den neuen Bundesländern sind international ausgerichtet und sind ein großes Zeugnis für die Jugendlichen dort, die wenig Kontakt zu Gott haben und zu Menschen anderer Nationen.

 

Autor: Pastor Mario Wahnschaffe, CLW – Internationale Kirche in Bonn

https://www.mariowahnschaffe.de/blog/gemeindeleben/eine-internationale-gemeinde-bauen#vision

Migration? Wer migriert warum wohin

Juni 14, 2020 by

Fragen, die die Welt bewegen – Migration?

aus der Serie «Fragen, die die Welt bewegen» 38 Minuten, GvC Winterthur 24. Mai 2020

 

interkulturelle Weiterbildung – Tagesseminare – JETZT ANMELDEN!

Mai 28, 2020 by

Begleitest du Flüchtlinge oder bist du mit Menschen aus anderen Kulturen unterwegs? Hast du Kontakt zu Muslimen? Kommen sie in deine Gemeinde? Arbeitest du mit ihnen zusammen? Oder hast du selber einen Migrationshintergrund? Dann bist du hier genau richtig!

Wir sensibilisieren auf die unterschiedlichen Kulturen (auch auf die eigene!), entdecken den Reichtum von Diversität, schulen für Gespräche mit „den anderen“, reflektieren eigene Erfahrungen, so dass Integration und ein gemeinsames Miteinander gelingen kann.

Unsere Seminare können einzeln besucht oder flexibel zu einer zertifizierten Weiterbildung zusammengestellt werden. Du kannst jederzeit mit deiner Weiterbildung beginnen!

So kannst du von der Weiterbildung profitieren:
  • Schaue auf der Seite Weiterbildung interkulturell alle Seminare an!
  • Wähle ein einzelnes oder mehrere Seminare aus.
  • Fülle das Anmeldeformular aus. Fertig!

 

Autor: Matthias Ettlin
Foto: AG interculturel
28.5.20

«Die Kirche soll ein Licht in der Welt sein»

Mai 6, 2020 by

Die Eindrückliche Geschichte von Justine und Karam Abdelmasseeh

 

Justine und Karam Abdelmasseeh sind unabhängig voneinander als verfolgte Christen aus dem Nahen Osten in die Schweiz geflüchtet. Hier haben sich die beiden dann kennengelernt. Seit drei Jahren führen sie den «Bretzelkönig» im Bahnhof Freiburg.

 

Wer im Bahnhof Freiburg Lust auf Laugenbretzeln hat, muss nicht weit suchen. Im Ausgang zum Busbahnhof liegt auf der rechten Seite die Bretzelkönig-Filiale von Justine und Karam Abdelmasseeh. Wer ihr freundliches Lächeln kennt, wird kaum vermuten, was sie als Christen in ihrer Heimat durchgemacht haben. Justine wurde in Ägypten als Muslimin geboren und trat mit 19 Jahren zum koptisch-orthodoxen Christentum über. Ihre Familie versuchte alles, um ihren Entscheid rückgängig zu machen. Karams Familie stammt aus dem Irak und ist syrisch-katholisch. Wie viele Christen dort wurde seine Familie vom Isis verfolgt. Karams Flucht führte ihn nach Bern. Justine und Karam lernten sich vor fünf Jahren in einer Kirche für arabische Christen in Bern kennen. Heute leben sie mit ihren fünf Kindern im freiburgischen Prez-vers-Noréaz.

 

Karam Abdelmasseeh, warum haben Sie den Irak verlassen?

Weil ich Christ bin. Da, wo ich Ende 2007 wohnte, gab es eine islamische Armee. Sie versuchten zweimal, mich zu verhaften. Einmal verfolgten sie mich mit einem Auto, das andere Mal warteten sie bei mir zu Hause auf mich, aber ich war nicht dort. Da riefen sie mich an und verlangten 30 000 Dollar. Sie waren gegen die USA und wollten Geld von Christen, weil die Amerikaner (die damalige Besatzungsmacht, Anm. d. Red.) Christen waren und weil wir «kufr» sind, das heisst den islamischen Glauben ablehnen. Es war sehr schwierig. Da sagte mein Vater zu mir: «Es ist besser, wenn Du weggehst.» Meine Eltern hielten sich versteckt, bis 2011 der Isis kam. Heute leben sie im Nordirak, in der Autonomen Region Kurdistan.

 

Wie sind Sie in die Schweiz gekommen?

Illegal, über die Türkei, Griechenland, Italien und Deutschland. Es dauerte fast ein Jahr. Am 1. Januar 2009 erreichte ich das Durchgangszentrum Basel.

 

Was geschah dann?

Das Zentrum war geschlossen. Man sagte mir, ich solle am nächsten Tag wiederkommen. Ich wusste nicht, wo ich übernachten sollte. Dies war der Anfang meiner persönlichen Beziehung zu Gott. Ich konnte nicht draussen schlafen. Es war kalt. Ich fand eine Telefonkabine und betete vor dem Einschlafen, wie ich es immer machte, wenn ich Probleme hatte. Ich bat Gott, mir bis zum nächsten Tag zu helfen, und versuchte einzuschlafen. Da öffnete sich die Tür. Es war ein reformierter Pfarrer mit seiner Tochter. Ich zeigte ihm meine Papiere. Er nahm mich mit zu sich nach Hause. Seine Frau kochte mir eine Mahlzeit und liess mich neben der Heizung schlafen. Ich sagte zu mir: Gott liebt mich so sehr, dass er mir diese Rettung geschickt hat. Nie zuvor hatte ich so etwas gedacht. Ich war ein einfacher Christ gewesen. Mein Herz war wie ausgewechselt.

 

Justine Abdelmasseeh, wie sind Sie in die Schweiz ­gekommen?

Direkt mit dem Flugzeug aus Ägypten. Die Schweizer Botschaft in Kairo hatte mir Asyl gewährt.

 

Weshalb?

Das ist eine lange Geschichte. Als meine Familie erfahren hatte, dass ich Christin geworden war, bekam ich grosse Probleme. Eine ägyptische Ordensschwester, die in der Schweiz lebte und die ich zufällig kennen gelernt hatte, hatte mir einmal gesagt, wenn ich in eine Notlage geraten sollte, solle ich sie anrufen, dann würde sie mir helfen. Als die Situation für mich unerträglich wurde, kontaktierte ich sie. Sie gab ein Gesuch ein und ich erhielt sofort die Zusage.

 

Warum sind Sie zum ­Christentum konvertiert?

Als ich 19 Jahre alt war, arbeitete ich als Spitex-Pflegerin. Das Unternehmen wurde von Christen geführt. Ich lernte dort andere Christen kennen und durch sie Jesus. Als ich einmal ein Problem hatte, sprach ich mit einer Kollegin darüber. Sie sagte: «Ich werde für Dich beten.» Wir gingen zusammen in die Kirche. Ich glaubte nicht, dass dies helfen würde. Sie sagte: «Wenn Du glaubst, dann wird sich Dein Problem lösen.» Ich sagte, dies sei nicht möglich. Aber ein, zwei Tage später war mein Problem gelöst. Es war ein Wunder. Seither ist mein Herz offen für Jesus. Ich war neugierig und stellte meiner Freundin hinter vorgehaltener Hand alle möglichen Fragen über den christlichen Glauben. Sie gab mir Bücher, in denen ich mehr über das Christentum erfuhr, und machte mich mit anderen Christen bekannt. So begann mein Weg als Christin.

 

War das gefährlich?

Sehr. Ein Muslim darf nicht Christ werden. Die Scharia schreibt vor, dass seine Familie ihn umbringen muss. Gott sei Dank habe ich eine gute Familie. Sie schrien mich an und beleidigten mich, aber sie wollten mich nicht umbringen. Mein Vater war auf dem Laufenden. Ich schützte mich mit Ausreden, ihm entging aber nicht, dass ich mich für das Christentum interessierte und christliche Bücher las. Ich versprach ihm mehrmals, damit aufzuhören. Er vertraute mir. Eines Tages erzählte ihm jemand, dass ich Christin geworden sei und sein Haus verlassen werde. Da wurde er aktiv.

 

Was tat er?

Er schloss mich zu Hause ein und bemühte sich, mich zu verheiraten, damit ich nicht entkommen konnte. Das dauerte ein, zwei Jahre so, dann verliess ich mein Elternhaus. Ich ging zu einer Frau, einer Christin, die mir einst versprochen hatte, dass ihr Haus für mich offen­stehe. Eineinhalb Jahre lebte ich im Versteck, erst bei dieser Frau, dann bei einer älteren Patientin, die ich pflegte. Damals lernte ich bei der Arbeit einen Mann kennen, einen Christen, mit dem ich anfing, mich zu treffen. Wir heirateten im Geheimen, lebten aber getrennt, er bei sich und ich bei jener Frau. Wir trafen uns an den Wochenenden. Ich wurde schwanger. Ich liess ein Kreuz auf mein Handgelenk tätowieren, wie es unter Kopten üblich ist. Ich wollte das und war stolz darauf. Mein Leben ging normal weiter.

 

Wie lange?

Mein Vater musste mich in der Stadt entdeckt haben. Eines Tages stand er vor der Haustür. Ich erschrak sehr. Ich war im fünften Monat schwanger. Mein Vater stand in Tränen und versicherte mir, wie sehr er sich freue, mich endlich gefunden zu haben. Ich solle wieder mit ihm nach Hause gehen. Ich antwortete: Vater, ich bin verheiratet, bin Christin geworden und erwarte ein Kind. Er war völlig verdutzt, sagte, ich solle meinen Bauch verhüllen und mit ihm gehen. Das tat ich. Meine ganze Familie empfing mich. Es war ein gutes Wiedersehen.

 

Was geschah dann?

Am nächsten Tag ging es los. Ob ich nicht mehr Muslimin sei? Ich sagte, nein, ich sei aus dem Innersten meines Herzens Christin geworden. Ich würde an Jesus glauben, und dies ginge allein auf mich zurück. Für Muslime ist das undenkbar. Meine Familie sagte, meine Ehe sei nicht echt, und forderten Heiratsdokumente. Es gab aber ­keine, denn in Ägypten wäre dies zu gefährlich. Mein Vater fragte, wie wir ohne Heiratsdokumente mein Kind anmelden sollten. Mein Mann sagte, macht, was ihr wollt, aber lasst Justine und das Kind in Ruhe. Mein Vater war damit einverstanden, verlangte aber, dass mein Mann und ich muslimisch heiraten würden. Ich fragte, wie? Er antwortete: «Entweder Ihr tut es, oder Ihr müsst das Baby abtreiben» (schluckt leer). Mein Mann müsse vor der Heirat Muslim werden. Der Pfarrer war damit einverstanden. Er sagte: «Behaltet Eure Herzen rein, und bringt das Kind zur Welt.» Mein Mann erklärte sich bereit, brachte es aber nicht übers Herz, sich zu Mohammed zu bekennen.

 

Wie weiter?

Mein Vater sagte, der Form halber müsse ich einen Muslim heiraten, nach dem muslimischen Ritus. Mein Kind werde offiziell das meiner Mutter sein. Ich sagte, das könne ich nicht akzeptieren, und liess mein Kind abtreiben. Danach fühlte ich mich mehrere Monate lang schlecht. Meine Mutter ging häufig beten, damit ich wieder Muslimin würde. Doch ich wusste, dass dies keine Option war (Stimme stockt). Meine Zunge wollte Jesus preisen. Es war schlimm. Da erinnerte ich mich an jene Frau, bei der ich gewohnt und die mir ihre Hilfe angeboten hatte. Ich bat sie, mich zu retten. Sie nahm Kontakt zu jener schweizerischen Ordensschwester auf und erklärte ihr meine Situation.

 

Wie haben Sie Ägypten verlassen?

Meine Familie drängte darauf, mich zu verheiraten. Ich war völlig erschöpft und akzeptierte. Ich verlobte mich mit einem Muslim. Mein tatsächlicher Mann war abwesend. Ich sagte ihm: «Tu etwas.» Wir stellten einen Antrag auf der Schweizer Botschaft in Kairo. Die Zeit eilte, da ich mich mit meinem muslimischen Verlobten verheiraten sollte. Als 21-jährige verheiratete Frau hätte ich das Land ohne seine Erlaubnis nicht mehr verlassen können. Wir erhielten das Visum an einem Mittwoch. Man riet uns, sicherheitshalber getrennt zu reisen. Er reiste am Donnerstag ab, ich am Freitag.

 

Sie sagen, Ihr Abschied sei ein Wunder gewesen?

Meine Familie bereitete meine muslimische Hochzeit vor. Ich verliess das Elternhaus. Meine Mutter schickte mir meinen Bruder nach. Ich ging zur Kirche, die wie alle Kirchen in Ägypten von einem Sicherheitsmann bewacht wurde. Ich flehte ihn an, er solle mich von meinem Belästiger befreien. Der sagte, er sei mein Bruder. Ich stritt es ab. So erreichte ich mit verschiedenen Taxis den Flughafen. Vom Flughafen Genf wurden wir ins Empfangszen­trum Vallorbe transferiert.

 

Wie begann Ihr Leben in der Schweiz?

Vier Jahre lang fühlte ich mich schlecht. Anfangs war ich krank. Man brachte mich jeden Tag ins Spital. Man fand Gliedmassen meines ersten Kindes in mir. Die Abtreibung in Ägypten war nicht gründlich gemacht worden. Ich lebte dann neun Monate mit meinem Mann in einer Asylunterkunft in Broc. Als ich wieder schwanger wurde, fanden wir in Freiburg eine Wohnung. Mein Mann war aber ein anderer geworden, als wir die Aufenthaltsbewilligung erhalten hatten. Ich sah ihn mit anderen Frauen; das nahm ich nicht hin. Er brüllte mich an und ohrfeigte mich. Er verbrachte die meiste Zeit mit gleichaltrigen jungen Männern, spielte Fussball … In den arabischen Ländern gibt es keine Freiheit, und hier war plötzlich alles möglich. Ich machte einen Selbstmordversuch. Nach sieben Jahren trennten wir uns.

 

Wie haben Sie Karam kennen gelernt?

Wir lernten uns bei der Freien Evangelischen Kirche (FEG) Bern kennen, wo arabische Christen Gottesdienst feiern können. Wir singen auf Arabisch, lesen in der Bibel, beten und helfen einander. Wir treffen uns einmal im Monat, dazwischen neu auch in Freiburg, auch bei der Freien Evangelischen Kirche. Karam leitet dort den Gottesdienst.

Karam: Seit drei Monaten arbeite ich einen Tag pro Woche bei der Kirche, die wir besuchen.
Lernten sich bei der FEG auch andere Paare kennen?

Justine: Ja, mehrere. Für junge arabische Christen ist es nicht einfach, hier jemanden zu finden. Einige versuchen es in ihrer Heimat, aber das geht meist nicht, da sie sich dann nicht wirklich kennen. Das war auch ein Problem mit meinem ersten Mann. Wir hatten nie eine normale Zeit miteinander verbracht und kannten uns nicht gut. Karam und ich lernten uns über mehrere Jahre unter normalen Umständen kennen, bevor wir heirateten. Ich kannte seinen Charakter gut.

 

Was wünschen Sie sich für Ihre Zukunft?

Karam: Ich bete regelmässig, dass ich tue, was Gott von mir will. Ich bete auch, dass mehr Menschen Gott kennenlernen. Viele haben ein falsches Bild von ihm. Gott ist die Liebe. Zurzeit suche ich eine Möglichkeit zur Finanzierung meiner 20-Prozentstelle bei der Kirche. Ich arbeite dort heute ehrenamtlich.

Justine: Ich wünsche mir ein Leben in Freude, ohne Sorgen und Stress … Davon träume ich (lacht).

 

 

Quelle: https://www.freiburger-nachrichten.ch/keine-navigation/die-kirche-soll-ein-licht-der-welt-sein 
Foto: Karam.A
06.05.2020

Migranten in der Corona-Krise

April 23, 2020 by

MEOS-Mitarbeitende laden zu einem Programm ein, das wegen den Corona-Einschränkungen verschoben werden musste.

 

«Wer in normalen Zeiten keine persönlichen Beziehungen zu Migranten pflegt, wird dies in Krisenzeiten kaum aufholen können», betonen Markus Frauchiger (62) und Johannes Müller (59). Sie gehören zum Leitungsteam der Organisation MEOS – Interkulturelle Dienste mit Sitz in Adliswil ZH. Beide waren selber über Jahre Migranten, der eine in Pakistan und der andere im afrikanischen Land Guinea. Seit rund zehn Jahren sind sie zurück in der Schweiz und engagieren sich hier für andere Migranten. Markus Frauchiger profitiert davon, dass er Urdu spricht, die Staatssprache Pakistans. Mit dieser Sprache kann er sich mit vielen Menschen aus Afghanistan, Indien und anderen Ländern Südasiens verständigen. Johannes Müller und seine Frau Barbara wiederum widmen sich verschiedensten Migranten, von denen viele aus Afrika stammen.

 

Das offene Ohr

In Krisen wie der aktuellen Corona-Zeit haben MEOS-Mitarbeitende ein ganz besonders offenes Ohr, um Migranten bei neuen Herausforderungen beizustehen. Das gehört seit der Gründung der MEOS in den 1960er-Jahren zu ihrem Wesen. «Vor wenigen Tagen rief mich ein aus Südasien stammender Mann ganz verzweifelt an», schildert Markus Frauchiger. Sechs Jahre hatten sie keinen Kontakt mehr gehabt, und doch kam diesem Mann jetzt MEOS-Mitarbeiter Frauchiger in den Sinn, der ihn beraten könnte. Der Migrant betreibt in der Schweiz einen kleinen Non-Food-Laden für Leute aus seinem Kulturkreis. «Ich hatte im März rege Kundschaft für das iranische Neujahrsfest vom 21. März erwartet und dafür über 10 000 Franken investiert», beschrieb er am Telefon seine Geschichte. «Doch wie alle anderen musste ich meinen Non-Food-Laden schliessen und jetzt kann ich die Rechnungen nicht bezahlen.» Zwar spricht er recht gut Deutsch, aber für komplexere administrative Schritte ist er überfordert. Markus Frauchiger konnte ihm und dem Buchhalter, einem Mann aus dem Balkan, Möglichkeiten und administrative Massnahmen erklären und ihn an die richtigen Ämter verweisen. «Dabei blieb es aber nicht. Südasiaten sprechen schnell auch über Religion. Der Mann ist auch enttäuscht vom Islam. Ein persönliches Gespräch über Glaubensfragen entwickelte sich», fasst Frauchiger die momentane Entwicklung des Kontakts zusammen. Immer wieder merkt er auch, dass Migranten Gebet erwarten, weil sie darin Hoffnung erleben.

 

Problem Schulschliessungen

Einer alleinerziehenden Afrikanerin hat Johannes Müller kürzlich den Lebenslauf für Bewerbungen aktualisiert, während seine Frau Barbara mit ihr regelmässig über persönliche Fragen spricht. Diese Frau hat, wie sehr viele Migranten, ein Handy, jedoch keinen Computer. Für Bewerbungen wie auch andere administrative Schritte ist dies oft ein Hindernis. Die alleinerziehende Mutter kann ihrem Kind auch keine Unterstützung bieten, während der Schulbetrieb wegen der Corona-Situation zu Hause durchgeführt werden muss. «Die Schulschliessungen treffen Migranten besonders hart», ist Johannes Müller überzeugt. Die meisten unterstützenden Angebote seien momentan geschlossen. «Die aktuelle Krisensituation könnte mit sich bringen, dass sich die Schere zwischen den sozialen Schichten in unserem Land weiter öffnet», befürchtet er. Und er denkt dabei auch an abgewiesene Asylbewerber und Sans Papiers, die es am härtesten treffe, weil ihnen auch noch die letzten kleinen Hilfen wegbrechen.

 

Isolation von Menschen aus islamischen Ländern

Diese Beispiele stehen für unzählige Kontakte, bei denen MEOS-Mitarbeitende Brücken schlagen, um Migranten in Not zu helfen. Nicht immer sind aber die Lösungen in Griffweite, erst recht nicht in Corona-Zeiten.

 

MEOS – Interkulturelle Dienste

MEOS – Interkulturelle Dienste mit Sitz in Adliswil ZH besteht hauptsächlich aus den Bereichen «Asyl und Migration», «MEOS Medien», «Christen begegnen Muslimen» und «Team K – Kirchen interkulturell dienen». Die Gesamtverantwortung trägt Niklaus Meier in einem Dreierteam mit Johannes Müller und Markus Frauchiger.

 

(Dies ist ein Auszug aus einem Artikel im Wochenmagazin ideaSpektrum 16.2020.)

Autor: David Gysel
Foto: African Link
23.4.20

Secondo: Schicksal oder Berufung?

April 22, 2020 by

Einem Teenager mit kosovarischen Wurzeln wurden drei Lehrstellen angeboten. Offensichtlich hat er die Integration geschafft. Die Geschichte hat leider einen Haken: Der Jugendliche durfte keine der drei Stellen antreten. Nicht weil er etwas falsch gemacht hätte, sondern weil das Asylgesuch seiner Eltern abgelehnt wurde und die Familie in der Schweiz unerwünscht war.

Was geschieht mit einem jungen Menschen, wenn ihn das Secondo-Schicksal ausbremst? Der erwähnte Jugendliche war gezwungen zum Nichtstun und kam – wie er später selbst sagte – auf dumme Ideen, die ihn sogar mit der Polizei in Kontakt brachten.

Viele junge Leute der zweiten Generation geraten zwischen die Fronten. Von der Kultur ihrer Eltern kennen sie zwar noch die wichtigsten Verhaltensregeln, aber die dahinterliegenden Werte sind ihnen oft nicht vertraut. Und zum Ankunftsland gehören sie auch nicht ganz; Name und Hautfarbe weisen immer auf ihre Herkunft hin.

«Wer bin ich?» Schon Mose richtete diese Frage an Gott. Bezeichnenderweise war er selbst Abkömmling eines eingewanderten Volkes. Viele Secondos sind verunsichert. Genau diese Situation ist aber auch ein Anstoss, nach einer tieferen Verwurzelung zu suchen.

 

Chance für eine neue Zugehörigkeit

Der Teenager aus Kosovo liess sich von einer früheren Klassenkameradin in eine christliche Gemeinde einladen. Obwohl er von der Predigt nicht viel verstand, wurde er neugierig. Schliesslich entschied er sich für Jesus: «Ich erkannte, dass Jesus mich mit meiner unklaren Perspektive genau gleich liebt wie die Schweizer.» Er nahm im Glauben die Vergebung von Jesus für sein von Hass motiviertes Handeln an und vergab denen, die ihn schlecht behandelt hatten.

Kürzlich fragte ich ihn, was es braucht, damit Secondos diese Erfahrung machen können. Entscheidend sei, ihnen als Menschen zu begegnen, ohne vorschnelle Zuordnung zu einer kulturellen Gruppe. Schliess-lich geht es ja nicht darum, dass jemand ein besserer Schweizer, eine bessere Schweizerin wird, sondern «Himmelsbürger». Dies erfordert Zeit und Geduld, um in die Situation des jungen Menschen und in die Welt seiner Familie einzutauchen und ihn oder sie zu Jesus zu begleiten.

 

Chance für eine Berufung

Ohne Rückschläge geht ein solcher Weg nicht. Zwei Tage nach seiner Taufe wurde der junge Mann ausge-schafft. Doch schon ein halbes Jahr später kehrte er zurück, um seine Schulliebe zu heiraten. Inzwischen sieht Egzon Shala seine Geschichte als Vorbereitung auf seine Tätigkeit als Brückenbauer in der Schweiz. Diese Berufung lebt er als Asylbetreuer, Leiter eines Ausbildungsprogramms für Christen mit Migrations-hintergrund und – seit Sommer 2019 – als Koordinator der SEA-Arbeitsgemeinschaft interkulturell aus.

Mit ihrer Prägung und Erfahrung bringen Secondos ideale Voraussetzungen als interkulturelle Brücken-bauer mit. Doch nur wenige finden in diese Rolle hinein. Egzon Shala wünscht sich Raum für sie, in dem sie sich entwickeln und Erfahrungen sammeln können. Wichtig ist die Begleitung durch reife Christen, die an sie glauben und ihnen Perspektiven geben. Secondos brauchen Ermutigung, ihr Glaubensleben in der Sprache der Eltern und auf Deutsch zu leben, sich in ihrer Gemeinde zu engagieren und zugleich mit Chris-ten aus den verschiedensten Nationen zusammenzuarbeiten.

 

Secondos überall

Mehr als die Hälfte der Kinder in der Schweiz haben mindestens einen Elternteil mit Migrationshinter-grund, über ein Drittel sogar beide. Sehen die Kirchen in der Schweiz diese neue Generation? Ich träume davon, dass Secondos Gemeinden und christliche Begleiterinnen und Begleiter finden, die ihnen so begegnen, wie sie sich selbst fühlen, die ihre Verletzlichkeit wahrnehmen und sie auf dem Weg mit Jesus ermutigen. So wird sich ihr Potenzial entfalten. Und Kirche – und Gesellschaft – entdecken ganz neue Brückenpersonen für die aktuellen interkulturellen Herausforderungen.

 

(Dieser Artikel erschien im Magazin Insist 2/20, S. 28. Das Heft steht zum Download zur Verfügung.)

Autor: Johannes Müller
Foto: Egzon Shala
22.4.20

Neue Meldestelle für Opfer religiöser Diskriminierung und Gewalt

April 16, 2020 by

Menschen, die aus Glaubensgründen ihre Heimat verlassen müssen und in die Schweiz fliehen, sind auch hierzulande nicht sicher vor Übergriffen aufgrund ihres Glaubens bzw. eines Glaubenswechsels. Deshalb erfasst die Beratungsstelle für Integrations- und Religionsfragen (BIR) der Schweizerischen Evangelischen Allianz SEA neu solche Übergriffe, hilft den Opfern und unterstützt Begleitpersonen von Migranten sowie Behörden.

 

Bisher gibt es in der Schweiz keine Möglichkeit, Daten von Vorkommnissen – wie Verspottung, körperliche Gewalt bis hin zu Morddrohungen – zu erheben, welche die Glaubensfreiheit von geflüchteten Menschen teils massiv beschneiden. Die BIR hat zur Erfassung solcher Menschenrechtsverletzungen ein ausführliches Meldeformular in Deutsch, Französisch, Englisch (sowie in Kürze auch Arabisch und Farsi) auf ihrer Website aufgeschaltet. Ausserdem können Asylsuchende, Begleit- und Fachpersonen aus dem Asylbereich Vorfälle auch telefonisch in den genannten Sprachen melden und Hilfe in Anspruch nehmen.

 

Den Stein ins Rollen gebracht hat eine umfassende Erhebung der Organisation Open Doors Deutschland, die 743 religiös motivierte Übergriffe auf christliche Flüchtlinge in deutschen Asylunterkünften festgestellt hat. Seither ist es der BIR ein Anliegen, auch in der Schweiz – in den Bundesasylzentren, kantonalen Durchgangsheimen, auf öffentlichen Plätzen oder in Schulen – Fälle von Einschüchterungen oder körperlicher Gewalt aufgrund unterschiedlicher Glaubensauffassungen zu erfassen und für dieses Thema bei Anlaufstellen und Behörden zu sensibilisieren.

Weitere Informationen

Artikel von IdeaSpektrum

Artikel von Livenet

 

Was passiert mit den Flüchtlingen und Migranten in Europa?

März 19, 2020 by

@Pixel

Asyl, Flucht und Konversion: Um diese Themen ging es im letzten Treffen der SEA-Arbeitsgemeinschaft interkulturell, das via Videokonferenz stattfand.

 

Die Situation der Flüchtlinge in Europa ist weiterhin schwierig. François Pinaton, Leiter der Beratungsstelle für Integrations- und Religionsfragen BIR, berichtete von der aktuellen Lage: In Lesbos ist zum Beispiel das Flüchtlingslager so überlastet, dass es nur einen Wasserhahn pro 1300 Personen gibt. Weitere Herausforderungen in Europa sind schlechte Hygiene und Versorgung, steigende Gewalt, lange Verfahren und Rückweisungen an den Grenzen. Was die Situation verschlimmert, ist die abnehmende Solidarität gegenüber Flüchtlingen; sie werden sich selbst überlassen.

 

Auch die Konvertierten in Iran und in der Schweiz sehen sich mit verschiedenen Herausforderungen konfrontiert: Eine christliche Expertin aus dem Iran erzählte aus dem Alltag evangelischer Kirchen und führte durch ein Fallbeispiel eines Konvertiten, der in der Schweiz Asyl beantragen wollte.

 

Zudem stellten am Treffen verschiedene Werke ihr Angebot vor und gaben einen breiten Einblick in die Arbeit, die im Bereich Flucht und Asyl in der Schweiz geleistet wird. Unter anderem gibt es auf der Webseite der BIR die Möglichkeit, eine Meldung einzureichen, wenn man aus Glaubensgründen Opfer von Diskriminierung, Bedrohung, Einschüchterung oder eines tätlichen Angriffs wurde.

Links

Interculturel interculturel.info

BIR bir-consult.ch

Kulturschule kultur-schule.ch

Agape International agape.ch

Meos meos.ch/de

&cultures andcultures.ch

Kulturelle Gräben überwinden

Februar 21, 2020 by

Warum breiteten sich die christlichen Gemeinden in den ersten Jahrhunderten so rasch aus? Seit Anfang 2020 veröffentlicht der Blog «Daniel Option» eine Artikelreihe, die den wichtigsten DNA-Faktoren der ersten Gemeinden nachspürt.

Ein wesentlicher Faktor für die rasche Multiplikation war, dass die christlichen Gemeinden kulturelle Gräben überwinden konnten. Über dieses Wesensmerkmal der ersten Gemeinden wurden drei Artikel gepostet.

 

DNA (5/10) — Den kulturellen Graben überwinden

In seinem Grundsatzartikel schlägt Peter Bruderer einen grossen Bogen: von der geschichtlichen Entwicklung der Kirche, die von Anfang an einen kulturübergreifenden Charakter hatte, bis zur interkulturellen Verständigung und Versöhnung unter Christen zu allen Zeiten. Seine Schlussgedanken regen zum vertieften Nachdenken und einer Neubewertung der aktuellen Herausforderungen an.

 

Gemeinde im Mosaik der Kulturen

Im deutschsprachigen Raum durchmischen sich christliche Gemeinden immer mehr. Aber wie können sie am besten mit der kulturellen Vielfalt umgehen? Johannes Müller zeigt zwei verschiedene Modelle auf, die je ihre eigenen Stärken und Herausforderungen haben. (Weitere Vertiefung dieses Themas, siehe: www.africanlink.ch#literatur.)

 

Multikulturelle Gemeinde persönlich erlebt!

Auf einer dritten Blogseite schildern Kurt Beutler, Milena Šelemba, Nerlande Joy Gbati und Brigitte und Jimmy Fernandez, wie sie Multikulturalität in christlichen Gemeinden erlebt haben. Mit ihren Erfahrungshintergründen aus Ägypten, Bosnien, Haiti und Frankreich, Bolivien und der Schweiz kommt ein bunter Blumenstrauss an interkulturellen Erfahrungen zusammen.

 

Nun wünsche ich viele Entdeckungen beim Lesen dieser Blog-Artikel.

 

Autor: Johannes Müller
Foto: African Link
21.2.2020

Verschiedene Kulturen für ein Königreich

Februar 3, 2020 by

38 Prozent der Schweizer Bevölkerung hat einen Migrationshintergrund. In den gewöhnlichen Gemeinden sind diese Menschen aber kaum eingebunden. Nun laden christliche Leiter zu einem Seminartag zum Thema, um zu sensibilisieren und Lösungsansätze bieten.

 

«Rund zwei Fünftel der in der Schweiz lebenden Menschen haben Migrationshintergrund – in den christlichen Gemeinden schlägt sich dies aber eher gering nieder. Unser Thema ist ‚Multikulturelle Gesellschaft – Multikulturelle Gemeinden?‘. Denn die Gesellschaft ändert sich, mehr ethnische und Subkultur-Gruppen kommen dazu», erklärt Egzon Shala, Leiter der interkulturellen Leiterschaftsschule «&cultures» und Koordinator für die «Arbeitsgemeinschaft Interkulturell».

Diese organisiert zusammen mit dem «G-Movment», «&acts», der Bewegung Plus, Vineyard Dach, der SEA-Arbeitsgemeinschaft interkulturell und dem ISTL am 18. April 2020 einen Seminartag zu dieser Thematik.

 

«Nur fünf bis sieben Prozent»

«38 Prozent der Bevölkerung hat einen Migrationshintergrund, es sind Flüchtlinge, Migranten, Schweizer mit ausländischen Wurzeln, Secondos und so weiter. Wir leben Tür an Tür mit ihnen und kommen mit der Vielfalt immer wieder in Berührung: beim Einkaufen, im Zug, in der Schule, bei Festen, in der Stadt und bei der Arbeit.»

Doch in den lokalen Gemeinden wiederspiegelt sich das fast nicht, beobachtet Egzon Shala. «In einer normalen, gewöhnlichen Gemeinde in der Deutsch Schweiz haben maximal fünf bis sieben Prozent der Mitglieder einen Migrationshintergrund.»

 

Einen weiten Weg

«Wir haben noch einen weiten Weg», erläutert Shala. «Dabei wollen wir ja eigentlich die Menschen erreichen mit dem Evangelium. Dazu gehören auch die Secondos und Flüchtlinge. Viele Gemeinden sind im Diakonischen gut, in Deutschkursen und Integrationskursen. Das ist eine Stärke von uns als Schweizer: Anderen zu helfen ist uns wichtig. Wir wollen reagieren und einen Beitrag leisten zum Guten.»

Nun aber sei die Frage, wie man weiter als das gehen könne? Wie kann man Secondos und Flüchtlinge erreichen und mit ihnen Gemeinde bauen? «Wenn es um Gemeindebau geht, sind wir erst ganz am Anfang.»

 

Mutige neue Wege wagen

Am Seminartag «Multikulturelle Gesellschaft – multikulturelle Gemeinden??» wird dieser Frage nachgegangen. «Wir haben Top-Leute aus Europa dabei, darunter Stephen Beck, der Leiter von Mission Mosaik. Sie hat 14 Kirchen gegründet in Deutschland mit dem Ansatz: ‚Wir wollen Gemeinde bauen mit 50 Prozent deutschen und 50 Prozent ausländischen Wurzeln.’»

Ebenfalls mit dabei sind Werner Spalinger, der während Jahren eine «Bewegung Plus» mit vielen vertretenen Nationen aufbaute, «Vineyard»-Pastor Martin Bühlmann, der jahrelang mit anderen Kulturen arbeitete, und Matthias «Kuno» Kuhn, der ein Herz für die Unerreichten hat. «Wir wollen von diesen Bewegungen lernen.»

 

«Vielfalt wiederspiegeln»

«Mir fällt auf, dass viele sehr willig sind, Menschen aus verschiedensten Nationen mit dem Evangelium zu erreichen, damit sich auch diese Vielfalt in ihren Gemeinden wiederspiegelt.» Die Frage ist nur, wie das gehen soll. «Und ich glaube, mit dieser Frage müssen sich die Gemeindeleitungen beschäftigen und nicht einfach nur die handvoll Mitglieder der ‚Diakonischen Migranten-Experten-Gruppen‘ von einer Gemeinde.»

«Unsere Referenten werden von ihrer jahrelangen Erfahrung berichten, wie sie das gemacht haben und wo sie Potenzial sehen im Gemeindebau. Dazu gibt es fünf verschiedene Workshops, zum Beispiel, welche Modelle es gibt, um einen Gottesdienst zu gestalten oder wie eine Gemeinde Schritt für Schritt multikulturell aufgebaut werden kann und so weiter. Und deswegen wollen wir auch speziell die Gemeindeleitungsteams zu diesem Seminartag einladen.»

 

Vom Betreuen zum Bauen und Aussenden

Das Denken solle sich ändern, vom Betreuen und Helfen zum gemeinsamen Bauen und Aussenden, «damit wir gemeinsam mit ihnen Gemeinde bauen können. Auch sie haben etwas zu geben und wir wollen zusammen auf Augenhöhe etwas tun im Reich Gottes. Ich träume von einer Zeit, die kommen wird in unseren Gemeinden, wo wir sogar Secondos und Flüchtlinge wieder in ihre Herkunftsländer aussenden werden in Teams, damit sie dort das Reich Gottes ausbreiten können.»

Auch in den kommenden Jahren gelte es, weiter darüber zu reden. «Wir wollen mit Menschen aus verschiedensten Nationen Gemeinde bauen und sie aussenden. Das war in den früheren Jahren nicht immer ein Thema, man war überfordert und wusste nicht, wo anfangen. Es ist schon ein Wunder für sich, dass nun mehrere Gemeinden das thematisieren.»

Bereits von 27. – 28. November 2020 wartet eine noch grössere Tagung in Bern, «wir wollen immer wieder darüber sprechen».

 

Zur Person:

«&cultures»-Leiter Egzon Shala floh einst vor dem Kosovo-Krieg zuerst nach Deutschland und dann in die Schweiz. Hier fand er zum christlichen Glauben (Livenet berichtete). Seit Juli arbeitet Egzon Shala zudem als Koordinator für die «Arbeitsgemeinschaft Interkulturell» der Schweizerischen Evangelischen Allianz. Er wohnt mit seiner Familie in Thun.

Datum: 29.01.2020
Autor: Daniel Gerber
Quelle: Livenet

 

 

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