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Same but different – die Geschichte dahinter
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Same but different – die Geschichte dahinter

September 2, 2022 by

Wie können wir möglichst viele Christen für interkulturelle Themen sensibilisieren? Barbara und Johannes Müller haben an einem solchen Projekt mitgewirkt. Sie schildern ihre Erfahrungen und teilen ihre Begeisterung.

 

Viele Programme werden gestrichen, von unserer Jahresplanung sind nur noch Bruchstücke übrig – in der intensiven Phase der Corona-Pandemie ergeht es uns wie vielen anderen auch. Bis sich Egzon Shala, der interkulturelle Beauftragte der SEA bei Barbara und mir meldet: «Eine junge Frau aus unserer Gemeinde hat mich gefragt, ob es nicht ein interkulturelles Programm für ihre Kleingruppe gäbe. Das gab mir die Idee, einen solchen Kurs zu erstellen, mit Videos, so dass es junge und weniger junge Leute an der Basis anspricht. Seid ihr dabei?»

 

Kreativ statt Coronagejammer

Die Coronakrise hat Platz in unserer Agenda geschaffen, das Projekt klingt frisch. Könnte es sein, dass Gott uns genau dafür Zeit gegeben hat? Warum also nicht etwas Neues wagen? Mitte März beginnt unser fünfköpfiges Team zu planen: Zwei Secondos mit kosovarischem bzw. tamilischem Hintergrund, ein Rückkehrmissionar mit Südostasienerfahrung und wir beide von African Link/ MEOS. Zuhause sind wir in vier verschiedenen Gemeindeverbänden – also wirklich eine bunte Mischung, auch altersmässig.

 

Die Treffen müssen coronabedingt über Zoom stattfinden, aber wir finden uns auch über den digitalen Kanal rasch und werden kreativ. Schnell zeichnet sich ab, dass der Kurs fünfteilig werden soll. So haben alle Themenideen Platz und der Kurs ist doch nicht zu lang. Zu jedem Thema gibt es ein zwanzigminütiges Video, immer mit derselben Inhaltsstruktur. Die Hälfte der Zeit ist für einen Kurz-input reserviert. Daneben gibt es jedes Mal ein ermutigendes interkulturelles Zeugnis, kulturelle Tipps und spannende Facts über Migration. Alle vom Team sollen bei jedem Teil ihre Erfahrung und ihre Kontakte mit anderen Kulturen einbringen.

«Same but different», das passt!

Wie soll der Kurs heissen? Als Kaji Ruban – geboren in Sri Lanka und aufgewachsen im Domleschg, GR – als möglichen Namen «Same but different» erwähnt, schlägt es ein: Das passt! Die Motivation des Teams legt noch einmal ein paar Zacken zu. Die Vorbereitungen bis zum Drehtermin Anfang September laufen auf Hochtouren. Barbara und ich bereiten den Input zum Thema «Kulturen verstehen» vor. Wir haben viele Ideen, aber erst nach mehrmaligem Kürzen bringen wir das Wesentlichste in 10 Minuten unter. Zum Glück können wir auf hilfreiche Bücher und Kurstage hinweisen, in denen man dieses Thema vertiefen kann.

 

Ein Ganzes, ohne sich zu verstehen

Für ein Zeugnis mit afrikanischem Bezug gehen wir einige unserer Kontakte durch. Schliesslich werde ich in Biel fündig: Die Methodistenkirche evangelisiert dort einmal pro Jahr gemeinsam mit einer afrikanisch geleiteten Gemeinde auf dem Zentralplatz. Die beiden Pastoren sind bereit, für die Videosession nach Bern zu kommen und davon zu berichten.

Wir besprechen kurz vor… und ich realisiere ein Problem: Der Schweizer Pastor spricht ausschliesslich deutsch, sein kongolesischer Kollege nur französisch. Die beiden erzählen abwechslungsweise von den Einsätzen, drei Mal hin und her. Ich bin völlig überrascht. Es kommt wie aus einem Guss, sich ergänzend, spannend. Am Ende fragen mich beide, was der andere gesagt habe – sprachlich haben sie sich nicht verstanden, aber zusammengepasst hat es genial.

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Viele tragen zum Gelingen bei

Neben den Videos gibt es für jede Lektion einen Vertiefungsablauf, der unter anderem je einen Bibeltext mit Diskussionsfragen für die Gruppen enthält. Als Barbara und ich diesen Teil zusammenstellen, merken wir: Das müssen wir mit echten Hauskreisen testen. Die FEG Winterthur, unsere Heimatgemeinde, bietet Hand und wir finden fünf Kleingruppen, die verschiedene dieser Bibeltexte durchspielen. Wir bekommen sehr hilfreiche Feedbacks und Verbesserungsvorschläge.

 

Wir können nur staunen, wie viele Leute unterschiedlichster Hintergründe insgesamt an der Umsetzung dieses Projekts beteiligt waren und wie reibungslos sich alles in Rekordzeit bis Ende November zusammenfügte. Dieses Projekt ist eine der grössten Ermutigungen, die uns Gott in der coronageprägten Zeit geschenkt hat.

Möchtet ihr «Same but different» in eurer Kleingruppe durchführen? Hier findet ihr alle Informationen: www.same-but-different.ch

 

Autor: Johannes Müller

Fotos: African Link

Erstellt: 2.9.22

Love Europe gibt den Ball an die RefAid App weiter

April 21, 2022 by

Während mehr als fünf Jahren haben wir Dienstleistungen für Flüchtlinge und Neuankömmlinge zusammengestellt und in einer App zur Verfügung gestellt. Jetzt gibt Love Europe den Ball an RefAid weiter. RefAid ist eine App, die ebenso Informationen über Dienstleistungen und Ressourcen für Flüchtlinge in ganz Europa bietet. Auch wenn Love Europe nicht mehr weitergeführt wird und sich auflöst, wird die RefAid-App dafür sorgen, dass Deine / Ihre Organisation in Zukunft für Flüchtlinge sichtbar ist.

 

RefAid deckt bereits 33 Ländern in ganz Europa, den USA und Marokko ab. So wird sichergestellt, dass die Menschen weiterhin die Hilfe finden, die sie brauchen, egal wo sie sich auf ihrer Flucht befinden oder einem Land Zuflucht suchen. RefAid ist derzeit die größte Flüchtlings-App, die Dienste von mehr als 8 800 Organisationen auflistet und somit perfekt geeignet ist, unseren Platz einzunehmen.

 

Bitte lade die RefAid-App auf iOS oder Android jetzt herunter, da die Love Europe App nicht mehr gewartet und Ende März 2022 abgeschaltet wurde. Die Love Europe App danach deinstallieren.

App stores

Kulturschule Netzwerk hat eine neue Leiterin

März 17, 2022 by

Kulturschule Netzwerk hat eine neue Leiterin

 

 

Wer bin ich?

Ich bin Ursula Eichenberger und lebe in Thun. Momentan befinde ich mich im letzten Studienjahr am TDS Aarau und werde im Sommer meine Ausbildung zur Sozialdiakonin mit Gemeindeanimation HF abschliessen. Die Ausbildung hat sowohl einen theologischen wie auch einen sozialarbeiterischen Schwerpunkt und befähigt uns, kirchliche und soziale Angebote für verschiedene Alters- und Anspruchsgruppen zu gestalten. Seit Dezember 2021 bin ich die Netzwerkleiterin der Kulturschule. In Thun besuche ich die GPMC. Dort engagiere ich mich leidenschaftlich gerne im Bereich Kinder und Jugendarbeit. Für mich ist es eine grosse Bereicherung des Lebens, Zeit mit Kindern und Jugendlichen zu verbringen und zu sehen wie sie ihre Persönlichkeit und ihre Fähigkeiten entdecken und entwickeln.

 

Was begeistert mich?

Wie bereits gesagt, begeistern mich Kinder und Jugendliche. Es ist eine Gruppe von Menschen mit der ich gerne Zeit verbringe und von ihnen lerne ganz im hier und jetzt zu sein. Ich bin auch ein Genussmensch. Ich koche sehr gerne, denn es ist für mich eine Möglichkeit abzuschalten und kreativ zu sein. Nebst dem Kochen geniesse ich auch gerne gutes Essen und leckere Getränke. Am besten in Gemeinschaft mit Freunden und guten Gesprächen. Ich setze mich auch gerne mit einer guten Tasse Cappuccino hin und lese ein Buch oder höre einen inspirierenden Podcast. An Gott begeistert mich, dass er als Schöpfer der Welt sich für jeden Menschen persönlich interessiert und für eine persönliche Beziehung mit jedem Menschen einsetzt.

 

Was ist die Kulturschule?

Die Kulturschule ist ein Integrationsangebot, die niederschwellige Kurse für Asylsuchende und Personen mit Migrationshintergrund anbietet. In den drei Kursen werden grundlegende Informationen und Kenntnisse zu den Themen Leben, Wohnen und Arbeiten in der Schweiz vermittelt. Das Ziel ist es, das die Teilnehmenden die Eigenheiten der schweizerischen Kultur verstehen statt nur zu sehen. Gestartet wurde die Kulturschule 2015 in Thun. Heute gibt es rund zehn Standorte in der Deutschschweiz, an denen freiwillige Mitarbeitende diese Kurse anbieten.

 

Warum arbeite ich in der Kulturschule?

Durch ein Praktikum, während meiner Ausbildung, kam ich das erste Mal mit dem Bereich Migration und Integration in Kontakt. Die Arbeit mit Migrantinnen und Migranten hat mir viel Freude bereitet. In der Kulturschule arbeiten wir nach Werten, die mir persönlich in der Zusammenarbeit mit Menschen wichtig sind. Wir begleiten Menschen für einen gewissen Zeitraum, nehmen sie ernst als Persönlichkeiten mit ihren Erfahrungen und Fähigkeiten. In den Kursen vermitteln wir Wissen und Fähigkeiten, damit sie selbst bestimmt an unserer Gesellschaft teilhaben können.

 

Kulturschule Netzwerk 
Postfach 50
3608 Thun

info(at)kultur-schule.ch / www.kultur-schule.ch

 

 

Kirchen brauchen eine interkulturelle DNA

Dezember 6, 2021 by

Biel (IDEA) – In Biel fand am 27. November die Konferenz „together.21“ mit Yassir Eric und Stephen Beck statt. Es ging um das Thema „Die interkulturelle Chance für unsere Kirchen“. Gastgeber waren die Evangelische Allianz Biel, Christen begegnen Muslimen (CM) sowie „interkulturell“, eine Arbeitsgemeinschaft der SEA. Am Freitagabend fand am Tagungsort in der „Eglise Evangélique des Ecluses“ ein Treffen für Leiterinnen und Leiter von internationalen und Schweizer Kirchen statt. 40 Personen, vor allem Pastoren, diente dieser Anlass zur Vernetzung, zum Austausch und zur Inspiration. Am Samstag konnten die Referate und das anschliessende Podiumsgespräch nicht nur vor Ort, sondern auch per Livestream in zehn regionalen Gruppentreffen unter anderem in St. Gallen (Bild), Affoltern am Albis und Schaffhausen verfolgt werden.

Den Schritt hin zu Migranten wagen

Nach dem Islamkenner Yassir Eric meldete sich Stephen Beck (66) zu Wort. Der Gründer der Mosaikkirche in Frankfurt und Theologie-Dozent an der FTH Giessen machte Mut, den Schritt hin zu Migranten zu wagen. „Gemeinde ist erst Gemeinde Jesu, wenn sie für andere da ist“, sagte Beck. Deshalb entwickelte er das Modell „Mission 50:50“, das sind Kirchen, die je zu 50 Prozent aus Einheimischen und Migranten bestehen. Es brauche die Sicht und Bereitschaft, in die Beziehungsarbeit mit Ausländern zu investieren. „Wir sollen für Menschen anderer Kulturen da sein, das soll zur neuen DNA, zum Erkennungsmerkmal wacher Kirchen werden“, wünschte er sich.

Veranstalter
allianz-biel.ch
interculturel.info
cmnet.org

Quelle: Ideaschweiz / 03.12.2021

Aufbruch zur Mission Demut

Dezember 1, 2021 by

Bernhard Lüthi (EE), Egzon Shala (interkulturell, SEA), Julia Henke (Life in Abundance), Marc Jost (SEA), Michael Girgis (IGW), Peter Schneeberger (freikirchen.ch), Andi Bachmann-Roth (SEA), Christian Haslebacher (Viva Kirche/Chrischona), Elizabeth Ortiz (STH, Doktorandin), Joel Spirgi (ICF), Debi Zimmermann (24-7-Gebet), Beat Leuthold (AEM), Beat Baumann (Go Movement). Bild: zvg

 

Gunten (IDEA/SEA/mj) – Weil das europäische Treffen der Lausanner Bewegung aufgrund der Covid-Pandemie abgesagt werden musste und neu digital stattfand, trafen sich 14 Delegierte aus Kirchen, Ausbildungsstätten und Bewegungen der Deutschschweiz in Gunten am Thunersee, um gemeinsam die Tagung online zu erleben und Impulse vor Ort zu reflektieren.

Grundlegend für die Zusammenkunft war die Auseinandersetzung mit dem Philipperbrief von Paulus. Ausgehend davon wurde reflektiert, was die Mission Gottes für Europa in der heutigen Zeit bedeutet. Nachhall fanden dabei der Aufruf zur Demut als zentrales Zeichen der Einheit, das Einsetzen von neuen Vorbildern und das Fördern eines des Evangeliums würdigen Lebensstils, welcher den Nächsten höher achtet als sich selbst.

 

Mission angesichts von Digitalisierung, Migration und Nationalismus

In einem Bericht zur Situation der Mission in Europa wurden Faktoren vorgestellt, welche auch die kirchliche Arbeit stark beeinflussen. Im politischen Kontext prägt der Nationalismus die Schweiz enorm. Gerade das Evangelium kann jedoch dieser Gefahr begegnen, indem es den Menschen wahre Heimat bietet. Was den technologischen Kontext anbelangt, wird die Digitalisierung und auch die damit verbundene Gefahr der Manipulation und Täuschung als wichtiger Faktor
angesehen.

 

Europa ist das neue „Ende der Welt“

Weiter wurden die Migrationsströme nach Europa wie auch die Säkularisierung – einhergehend mit der Hemmung, über den christlichen Glauben öffentlich zu sprechen – als wichtige Einflussfaktoren genannt. Damit einher geht ein gestärktes Bewusstsein der Delegierten dafür, dass sich der Schwerpunkt der christlichen Kirche definitiv in den globalen Süden verschoben hat. Europa wird heute nicht mehr als Ausgangspunkt der Mission gesehen, sondern viel mehr als äusserstes Ende oder in Anlehnung an den Missionsbefehl aus Apostelgeschichte 1,8 als „Ende der Welt“, das mehr als je zuvor die gute Nachricht der Gnade Gottes nötig hat.

Gott wirkt Neues

Deshalb richteten die Delegierten den Blick darauf, wo Gott in Europa und in der Schweiz trotz Rückgang des nominalen Christentums am Wirken ist. Eindrückliche Berichte illustrierten dies unter Flüchtlingen, die nach Europa kamen, sowie in den internationalen Kirchen. Die Delegation lädt deshalb ein:

• Sich lernbereit von der Kirche aus dem globalen Süden, der Kirche in Verfolgung und den Migrationskirchen inspirieren zu lassen. Dabei gilt dem kontinuierlichen Gebet und Fasten, dem Umgang mit Leid und dem Bewusstsein von Gottes übernatürlicher Kraft besondere Beachtung. Insbesondere in Formen des gemeinschaftlichen Lebens können Menschen, die sich von der Kirche abgewandt haben, wieder neue Heimat finden.

• Eine gemeinsame starke Vision für eine relevante evangelische Bewegung zu entwickeln, indem eine neue Tiefe des Für- und Miteinanders von Kirchen und Werken in Einheit und Bescheidenheit für die erneute Transformation der Gesellschaft gesucht wird.

• Leitungspersonen, die einen dem Evangelium würdigen Leitungsstil sowie eine neue Sprachfähigkeit für das Evangelium pflegen, sind als Vorbilder zu fördern und zu stärken.

Diese Impulse sollen am Leiterforum 2022 aufgenommen und vertieft werden.

 

lausanneeurope.org/de
Beiträge der Konferenz sind auf YouTube, Kanal „Lausanne Europe“, bit.ly/3oO4BGY

Quelle: Ideaschweiz / 23.11.2021

Die Kirche – eine grosse Familie für alle?

November 24, 2021 by

Gemäss biblischem Zeugnis kennt Kirche keine kulturellen, ethnischen oder sprachlichen Grenzen. Mit der Konferenz «together21» und einem neuen Kursangebot leistet die SEA einen Beitrag zur Erfüllung dieser Vision in der Schweiz.

 

Wir alle haben Wünsche und Träume. Gilt das auch für Jesus? Die Bibel berichtet davon im Markus-Evangelium Kapitel 11, Vers 17: «Mein Haus soll ein Ort des Gebets für alle Völker sein.» Dieser Traum kann Realität werden, auch in der Schweiz, vor unseren Haustüren.

Bei uns leben viele Menschen aus verschiedenen Völkern, Sprachen und Kulturen. Die Kirche ist berufen, eine Familie zu sein für alle Menschen. Sie ist berufen, ein Ort zu sein, an dem alle willkommen sind und Jesus Christus kennenlernen können. Mit der Konferenz «together21» und dem Kurs «Same but different» bietet die Arbeitsgemeinschaft interkulturell zwei Schulungsmöglichkeiten, wie diese Vision in praktischen Schritten umgesetzt werden kann.

 

«together21» erweitert durch dezentrale Gruppen

Die Konferenz «together21» bietet die Gelegenheit, zu sehen, wie Schweizerinnen und Schweizer, Migrantinnen und Migranten gemeinsam Kirche bauen, wie sie sich gegenseitig stärken und Hindernisse überwinden. Der Hauptanlass findet am Samstag, 27. November 2021 in Biel statt. Erweitert wird er durch kleine regionale Gruppen («together-groups») in der ganzen Schweiz, die live zugeschaltet sind und über die lokale Umsetzung der Impulse nachdenken.

 

Kurs sensibilisiert für interkulturelle Herausforderungen

«Same but different» ist eine Video-Serie über interkulturelle Themen. Der Kurs wird ab dem 27. November frei verfügbar sein. Er begleitet Kleingruppen auf dem Weg, um kulturelle Herausforderungen und Chancen in der Schweiz besser wahrzunehmen und Menschen aus anderen Kulturen unvoreingenommen zu begegnen. An fünf Treffen lernen die Teilnehmenden, ihre eigene kulturelle Prägung besser zu verstehen. Sie bekommen kulturelles Know-how und praktische Anleitung, wie man mit Menschen aus verschiedenen Kulturen über Glaubensfragen sprechen kann.

 

Interessierte Kirchen und Einzelpersonen, die beispielsweise mit einer regionalen Gruppe an der Konferenz teilnehmen oder den Kurs durchführen möchten, finden weitere Angaben online unter www.together21.ch bzw. www.same-but-different.ch.

Zum Thema:
Konferenz «together»: «Völlig gleichwertig und total verschieden»
«In einer hoffnungsarmen Zeit»: Ein Anlass von Migranten für Migranten und Schweizer
Schleife-Konferenz «together»: Das Miteinander von Männern und Frauen im Zentrum

Cultures: Pioniere machen sich auf den Weg

November 5, 2021 by

Im November 2017 startete die erste Schulung von Cultures, ein Pionierprojekt. Mit der Vision, «dass Leiter mit Migrationshintergrund ihre Verantwortung wahrnehmen, das Evangelium zu Menschen aus ihrer eigenen Kultur zu bringen», schien am Anfang verrückt. Wir glauben aber, dass Christen mit einem Migrationshintergrund (Flüchtlinge, Migranten, Secondos), welche Jesus dienen wollen, ein grosser Segen für andere sein können.

Siyamak Abdi war einer der ersten Absolventen. Im Jahr 2012 flüchtete er vom Iran, weil er aufgrund seines Glaubens an Jesus Christus verfolgt wurde. Aktuell machen Siyamak und seine Frau Katrin einen längeren Einsatz unter Flüchtlingen in Athen/Lesbos, Griechenland.

 

Interview mit Siyamak

 

  1. Welche drei Schlüsselerkenntnisse hast du während der Ausbildungszeit in Cultures gehabt?

Siyamak:

  • Wie ich mit anderen Menschen über den Glauben sprechen kann.
  • Mit Menschen zusammen zu arbeiten, die verschiedene Charakter haben und aus anderen Kulturen kommen
  • Ich habe viele gute und wichtige Personen & Leiter kennengelernt.

 

  1. Wie seid ihr auf die Idee gekommen, unter Flüchtlinge in Athen/ Lesbos in Griechenland zu arbeiten?

Siyamak:

Das war schon länger ein Herzensanliegen von mir. In der Ausbildungszeit in Cultures, wurde mir sehr geholfen mich drauf vorzubereiten.

 

  1. Von was träumt ihr als Ehepaar?

Siyamak:

Wir wollen Gott auf dieser Welt dienen. Wir haben ein grosses Herz für persisch sprechende Menschen und wollen ihnen die gute Nachricht bringen. Wir wollen sehen, wie Jesus durch uns Licht in die dunkle Lebenslage der Flüchtlinge in Griechenland bringt. Wir wollen Menschen, die in der Dunkelheit und Angst leben, die Liebe Gottes praktisch zeigen. Wir wollen mit unserem Leben ein Zeugnis für Gottes Allmacht sein.

 

Der Grund, warum wir machen, was wir machen:

Ein Thema zieht sich wie ein roter Faden durch die ganze Bibel: «Gläubige Migranten waren immer ein Segen», denken wir an Abraham, Josef, Mose, Daniel, Esther und viele mehr. Menschen, die im Exil (Ausland) gelebt und ihr Vertrauen auf Gott gesetzt haben, waren immer Salz und Licht. Nicht nur für das Land und die Menschen, die dort gelebt haben, sondern auch für ihr Herkunftsland und ihre Landsleute.

Deshalb wollen wir in Cultures Menschen mit Migrationshintergrund, inspirieren, ermutigen, zurüsten und senden, damit sie ihre Verantwortung wahrnehmen, das Reich Gottes in Europa und in ihren Herkunftsländern zu verbreiten.

 

Cultures Coreteam

Egzon, Usama & Jürg

www.andcultures.ch

Dokumentarfilm «Gerechtigkeit auf der Flucht» ist nun frei verfügbar

Juni 22, 2021 by

Was ist Gerechtigkeit und wo liegt unsere Verantwortung? Das sind komplexe Fragen, vor allem, wenn es um geflüchtete Menschen geht. Ein Team der SEA-Arbeitsgemeinschaft interkulturell hat im Rahmen der diesjährigen Kampagne zum Flüchtlingssonntag, einen Dokumentarfilm produziert, der am Flüchtlingssonntag seine Premiere auf Youtube feierte.

 

Der knapp 40-minütige Dokumentarfilm mit dem Titel «Gerechtigkeit auf der Flucht» gab Menschen auf der Flucht eine Stimme und beleuchtete die aktuelle Flüchtlingssituation in der Schweiz und in Griechenland aus verschiedenen Perspektiven. Durch Einzelporträts von Geflüchteten aus Athen und einem abgewiesenen Asylsuchenden aus dem Iran, Einblicke in Organisationen wie das Staatssekretariat für Migration, die hier in der Schweiz und Europa unter geflüchteten Menschen tätig sind, wurde dem Publikum die – bei Weitem nicht einfache – Realität vor Augen geführt. Ausserdem kamen UNHCR-Vertreterin Anja Klug und zwei Nationalräte zu Wort. Zum Schluss wurde an die gemeinsame Verantwortung von uns allen appelliert, um Geflüchteten mehr Gerechtigkeit in ihrem Leben zu verschaffen.

 

Am Flüchtlingssonntag, dem 20. Juni, fand auf Youtube die Premiere des Filmes statt. Die Möglichkeit, eine eigene Vorpremiere in der Kirche, der Jugendgruppe, Kleingruppe oder in der Familie zu veranstalten wurde breit genutzt. Daher sind bereits vor der Premiere viele mit dem Film in Berührung gekommen. Auch nach dem Flüchtlingssonntag werden in verschiedenen Kirchen der Schweiz weitere «Nachpremieren» durchgeführt. Der Film ist auf Youtube öffentlich zugänglich und auf Deutsch, Englisch und Französisch verfügbar.

Ich verabschiede mich – bleibe aber interkulturell tätig

März 16, 2021 by

Als ich 2017 sie Leitung der AG interkulturell übernahm war die interkulturelle Arbeit in der Schweiz vor allem fokussiert auf Projekte und praktische Hilfestellungen für Menschen, die in der Flüchtlingskrise bei uns ankamen. Viele Gemeinden und Organisationen haben damals wertvolle Erfahrungen mit Menschen aus anderen Kulturen gesammelt. In den letzten Monaten trat die interkulturelle Thematik vermehrt in den politischen und medialen Hintergrund. Doch es braucht unseren Effort immer noch. Wir sollten weiterhin an unserer Willkommenskultur arbeiten und in die Begleitung von Menschen mit Migrationshintergrund investieren. Ich arbeite heute in einem Betreuten Wohnen und habe zum Beispiel Einblicke in die Arbeitsintegrationsprogramme. Ich erkenne, wie der Staat und seine Partner herausgefordert sind, den langen Integrationsweg zu gehen. Ich wünsche mir, dass immer mehr Kirchen und Organisationen in diesen langen aber auch nachhaltigen Prozess einsteigen würden und nicht nur kurzlebige Projekte auf offensichtliche Nöte von damals anbieten, sondern als nachhaltige Player im Integrationsprozess wahrgenommen werden. Gerade in der Sozialen Integration braucht es uns. Ich bin dankbar über alle die Vorbilder, die ich in den letzten Jahren kennen gelernt habe. Wer bei interkulturell dabei ist, kann sie auch kennenlernen 😊!

Meine interkulturelle Tätigkeit hat sich verändert. Vor 14 Jahren war ich erstmals bei einem Treffen der damaligen AGIK dabei. Ich unterstützte die Taskforce ab 2014 in der Umstrukturierung und der Anstellung des ersten Koordinators. Im Juni 2017 übernahm ich neben meiner Tätigkeit bei OM Schweiz das Präsidium von interkulturell, welches ich bis im Dezember innehatte. Die im Sommer lancierten Seminare der interkulturellen Weiterbildung begleite ich weiterhin in meiner Freizeit.
Ich trete bei interkulturell einen Schritt zurück – doch die Interkulturalität der Schweiz ist mir täglich präsent!

 

Matthias Ettlin, Zürich 16.03.2021

Woher kommst du?

März 11, 2021 by

Unser Cartoon oben soll zum Nachdenken anregen. Ich höre etwa von Migranten, dass sie die stete Frage nach Herkunft und Ursprung manchmal stresst. Immer und immer wieder zu erklären, woher man ganz ursprünglich stammt, kann ermüden und den Eindruck erwecken, dass ohne die Klärung dieser Frage eine Fortsetzung des Gesprächs oder der Begegnung nicht möglich sei.

Und eigentlich stimmt es, auch als Schweizer mit Heimatort im Emmental kann ich meine Herkunft nicht wirklich allzuweit zurückverfolgen. Aber noch wichtiger: Dass ich heute hier lebe oder gar geboren bin, dazu habe ich sichtlich wenig beigetragen. Ich realisiere, Heimat ist ein Geschenk. Und ich habe mir überlegt, wie würde ich auf die Frage nach meiner ursprünglichen Herkunft antworten?

 

Mir kommt dazu eine Stelle aus dem Philipperbrief in den Sinn: «Wir dagegen sind Bürger des Himmels, und vom Himmel her erwarten wir auch unseren Retter – Jesus Christus, den Herrn. Er wird unseren unvollkommenen Körper umwandeln und wird ihn seinem eigenen Körper gleichmachen, der Gottes Herrlichkeit widerspiegelt. Er hat die Macht dazu, genauso, wie er auch die Macht hat, das ganze Universum seiner Herrschaft zu unterstellen» (3,20.21).

In unseren Begegnugnen mit anderen Kulturen werden wir immer wieder auch an unsere Unvollkommenheit erinnert: Wir sind manchmal einfach überfordert mit den kulturellen oder sprachlichen Unterschieden. Aber wir dürfen uns auf jene Zeit freuen, wenn wir alle als Himmelsbürger wieder in unserer eigentlichen Heimat, an unserem wirklichen Ursprungsort ankommen und Gott in seiner Herrlichkeit gemeinsam anbeten dürfen.

 

 

Marc Jost aus Thun, Ursprungsort unbekannt 😉
11.3.2021

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