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Kinder zwischen Eritrea und der Schweiz
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News

Kinder zwischen Eritrea und der Schweiz

April 17, 2018 by

Secondo-Kinder haben es in ihrem Aufwachsen nicht immer einfach. Fragen nach der eigenen Identität belasten sie oft. Dies stand zum Thema am 7. April in der eritreischen Gemeinde «Church of the Living God» in Zürich. Johannes und Barbara Müller, die selber Kinder in einer Drittkultur grosszogen, teilten mit der Gemeinde ihre Erfahrungen und was sie daraus gelernt haben.

Die meisten der Gemeindemitglieder sind Immigranten und haben selbst mit der Integration in der Schweiz zu tun. Dabei geht oft unter, dass ihre Kinder, ob hier oder in Eritrea geboren, mit ganz eigenen Schwierigkeiten zu kämpfen haben. Sie wachsen in einer Kultur auf, die in vielem ganz anders ist als ihre Heimatkultur, die sie von Zuhause mitbekommen. Sie fühlen sich zwar wie Schweizer, sind aber irgendwie doch auch Eritreer. Sie sehen aus wie Eritreer, verhalten sich aber oft eher wie Schweizer. Dies führt zu Fragen wie: „Wer bin ich eigentlich?“ „Zu wem gehöre ich denn?“

Diese Identitätsfragen wurden in der Predigt von Johannes und Barbara an Hand der Geschichte des jungen Mose angesprochen: Wir finden unsere Identität in Gott. Wenn wir wissen, wer er ist, lernen wir auch, wer wir sind. Natürlich spielen viele praktische Aspekte hinein. Johannes und Barbara appellierten deshalb an die Eltern und an die Gemeinde, sich auf die Realität der Kinder einzulassen, verständnisvoll zu sein und vor allem sie zu fördern.

In der Gemeinde spielt die Sonntagsschule eine grosse Rolle. Kinder sollen früh lernen, dass sie eine Identität haben in Gott und dass sie wertvoll sind. Es ist wichtig, dass Programme für Kinder wenn möglich in Tigrinya und auch in Deutsch gehalten und den Umständen der Kindern angepasst werden.

Eltern sollen Zeit mit ihren Kindern verbringen und versuchen zu verstehen was in ihnen vorgeht. Sie können nicht nur auf ihren traditionellen Werten beharren, die auch wichtig sind, sondern positive Werte der Schweiz, mit denen die Kinder aufwachsen, schätzen lernen, das Gute in ihnen erkennen und sie fördern. So können sie auch die Gefahr überwinden, dass der Respekt der Kinder vor ihren Eltern leidet, die „in der Schweiz eh nicht draus kommen“.

Autor: Fabian Wiesmann
Foto: African Link
17.04.2018

Monokulturell, interkulturell, multikulturell

März 28, 2018 by

Der Zustrom von Migranten aus anderen Kulturen verändert die Kirchenlandschaft, auch diejenige von Freikirchen. Das bringt für die Gemeinden Chancen und gleichzeitig Herausforderungen mit sich.

Johannes Müller baut seit 2007 African Link auf, eine Arbeit mit afrikanischen Gemeindeleiten in der Schweiz, die mit MEOS assoziiert und mit der Arbeitsgemeinschaft Interkulturell der Schweizerischen Evangelischen Allianz vernetzt ist. An der Leiterkonferenz der Freikirchen gab er am 23. März in Bern seine Erfahrungen in diesem Bereich weiter.

Drei Typen von Gemeinden

Müller unterscheidet bei den Gemeinden mit Menschen aus anderen Kulturen drei Typen:

  • Bei der monokulturellen Gemeinde steht eine Kultur und Sprache im Vordergrund. Sie spricht eine bestimmte Zielgruppe an. Es gibt aber auch Schweizer darin, die mit dieser Gemeindekultur klarkommen. (Anmerkung: Die meisten monokulturellen Gemeinden in der Schweiz setzen sich aus Schweizern zusammen.)
  • In der interkulturellen Gemeinde versammeln sich Angehörige verschiedener Kulturen. Als Klammer dient zum Beispiel eine einheitliche Sprache, oft Englisch oder Französisch. Es gibt Begegnungen unter den Angehörigen unterschiedlicher Kulturen.
  • Die multikulturelle Gemeinde umfasst Mitglieder verschiedener Kulturen, die aber unterschiedliche Gefässe bilden, in denen sich die Angehörigen der Kulturen treffen. Die Organisation einer solchen Gemeinde ist herausfordernd, weil sie viel Aufwand erfordert. Sie bietet aber einen Ort, an dem viele Menschen andocken können. Solche Gemeinden verschaffen uns laut Johannes Müller „einen konkreten und greifbaren Vorgeschmack der globalen Diversität“ in der himmlischen Welt.

Zusammenarbeit wagen

Wo Schweizer Gemeinden Menschen aus anderen Kulturen unter sich haben oder ihnen Räume anbieten, sollten sie die kulturellen Eigenheiten und Bedürfnisse beachten, um eine gute Integration zu erreichen und Konflikte zu vermeiden. Sie müssen Flexibilität zeigen, so Müller. Wichtig seien die wertschätzende Beziehungspflege mit den Leitern dieser Gemeinden und der Vertrauensaufbau. Ihre Leiter seien wo möglich in die Verantwortung der Schweizer Gemeinde einzubeziehen. Manchmal müsse die Zusammenarbeit gewagt werden, auch wenn der Erfolg nicht im Voraus garantiert sei. Im Kontakt mit Christen mit Migrationshintergrund sei die „Ehren- und Rechtsorientierung“ ihrer Kultur zu beachten. Es gelte, allfällige Konflikte sauber zu lösen und Versöhnung zu leben.

Fritz Imhof

Quelle: ideaSpektrum

28.03.2018

Download PDF
Monokulturell, interkulturell, multikulturell (ideaSpektrum 2018-13)

 

Weitere News zur VFG-Leiterkonferenz (23. März 2018)
ideaschweiz.ch

Welle oder steigende Flut?

März 28, 2018 by

Am 14. und 15. März 2018 fanden in Chur und St. Gallen zwei regionale Austauschtreffen zum Thema kulturübergreifender Gemeindebau statt. Stephen Beck, Dozent an der FTH (Freie Theologische Hochschule) in Giessen und Gemeindegründer in Deutschland, berichtete von seinen Erfahrungen.

Die Austauschtreffen wurden von Richard Derrer (FocusC, Chur) und Gust Ledergerber (Stami / Allianz St. Gallen) organisiert. Eingeladen waren alle Schweizer und internationalen Gemeinden der beiden Regionen.
In seiner Einführung stellte Johannes Müller von der SEA-Arbeitsgemeinschaft interkulturell drei verschiedene Modelle vor, die Gemeinden eine Orientierungshilfe geben, wie sie einzelne Migranten oder anderssprachige Gruppen integrieren können.
Stephen Beck erzählte, wie er gemeinsam mit Studierenden der FTH eine Gemeinde gegründet hat, die sich der Maxime Dietrich Bonhoeffers verpflichtet hat: «Die Kirche ist nur Kirche, wenn sie für andere da ist.» Nach einer zähen Startphase tauchte ein Afghane auf, bald gefolgt von anderen Muslimen, die nach Isa (Jesus) fragten und mit ihm leben wollten. Es entstand eine richtiggehende Welle, belebt auch durch den Zustrom von Flüchtlingen seit dem Jahr 2015.
In dieser überraschenden Situation musste das Gemeindegründungsteam seine Arbeit ganz neu überdenken. Es formulierte das Konzept der «mono-multikulturellen Gemeinde», die ausgehend von der deutschen Basiskultur den «Multis» aus anderen Kulturen Platz bietet. Innerhalb von 6 Jahren sind 15 Gemeinden mit derselben Ausrichtung im Grossraum Frankfurt entstanden. Die Bewegung vernetzt sich auch mit Gemeinden, die in anderen Teilen Deutschlands Ähnliches erleben.
Die Teilnehmenden (rund 30 in Chur und 20 in St. Gallen) tauschten in Gruppen darüber aus, welche Anregungen sie für die kulturübergreifende Arbeit in ihrer Region mitnehmen. Das Empfinden war, dass die Schweiz keine vergleichbare Welle erlebt, sondern eher eine langsam steigende Flut: Immer mehr Gemeinden ziehen einzelne Migranten an, sie haben internationale Gruppen als Untermieter und starten sozialdiakonische Angebote. Auch ohne Welle können Schweizer Gemeinden zumindest schwimmen lernen. Eine stärkere Vernetzung der interkulturellen Angebote einerseits und der Gemeindeleiter andererseits sind dabei sehr hilfreich.

Autor: Johannes Müller
Foto: Johannes Müller
28.03.2018

Mission Mosaik / Mono-multikulturelle Gemeinden
www.missionmosaik.org

 

Modelle für kulturübergreifenden Gemeindebau
Bericht über die VFG-Leiterkonferenz

Sonntagsschulen von internationalen Kirchen unterstützen

März 17, 2018 by

«Um ein Kind zu erziehen braucht es ein ganzes Dorf», sagt ein bekanntes afrikanisches Sprichwort. Die ganze Gemeinschaft wird in der Pflicht gesehen. Aber weil die Gemeinschaft ja da ist, muss man Kinder nicht dauernd beaufsichtigen.

Das gilt oft auch für internationale Gemeinden und Migrationskirchen in der Schweiz. Einige haben kaum Angebote für die Kinder während den Gottesdiensten. Oft wissen die Verantwortlichen und Eltern auch nicht, wie sie ihre Kinder erziehen und im Glauben fördern sollen – das Umfeld in der Schweiz ist zu verschieden von der eigenen Kindheit.

 

Familienandacht in Afrika

Eine togolesische Christin erzählte, dass ihr Vater die Familie um 3 Uhr morgens für die Familienandacht weckte. „Damals fand ich das furchtbar, ich war viel zu müde, aber mein Vater kannte kein Pardon. Heute habe ich gute Erinnerungen daran. Ich schätze diese ruhigen Zeiten früh morgens mit Gott. Aber hier in der Schweiz könnte ich das nie mit meinen Kindern machen. Stell dir vor, wenn ein Kind in der Schule einschlafen würde!“

 

Lektionen gemeinsam vorbereiten

Barbara Müller von African Link bietet zusammen mit Hadassa Ritter von Kids-Team regelmässige Treffen für Sonntagsschulehrpersonen aus afrikanisch geleiteten Gemeinden an. An diesen Treffen werden gemeinsam Lektionen vorbereitet. Sie erzählen die biblische Geschichte, führen Bastelarbeiten und Spiele vor und üben Lieder. Die Teilnehmenden können diese Lektionen direkt mit den Kindern in ihren Kirchgemeinden halten.

Gestartet war dieses Angebot mit französischsprachigen Afrikanern in Zürich. Seit kurzem sind auch einige interessierte Eritreer dazu gestossen.

 

Sonntagsschulen begleiten

Zwei weitere Schweizerinnen haben sich für je eine Sonntagsschule als Ansprechpersonen vor Ort zur Verfügung gestellt und können diese so zusätzlich anleiten und ermutigen. Für ein solches Engagement besteht zusätzlicher Bedarf. (-> info@africanlink.ch)

Autor: J. & B. Müller
Foto: JM
17.03.2018

Secondos begleiten

März 16, 2018 by

Am 10. März fand im Rahmen der Integrationsbegleiter-Ausbildung in Aarau ein Seminartag über die «Chancen und Herausforderungen der zweiten und dritten Generation» statt. Barbara Müller hat an diesem Tag teilgenommen.

Was hat dich motiviert an diesem Tag dabei zu sein?

  • Wir waren selbst vierzehn Jahre in Westafrika. Bei unserer Rückkehr erlebten unsere Kinder den Kulturwechsel sehr intensiv. Seit einigen Jahren gebe ich Nachhilfestunden – praktisch alle Schüler sind Secondos. Ausserdem arbeite ich in einem Programm für minderjährige Migranten mit. Überall begegnen mir ähnliche Fragen und so war ich sehr gespannt auf den Tag mit der Referentin Rebekka Kühn.

Was war der Inhalt des Seminartags?

  • Es ging um junge Menschen, die als kleine Kinder eingewandert sind oder die in einer Migrantenfamilie in der Schweiz geboren wurden. Sie erleben besondere Herausforderungen und Benachteiligungen, weil sie zwischen zwei Kulturen aufwachsen. Vor allem in der Pubertät löst dies intensive Fragen nach der Identität aus. Die Chancen der Secondos sind, dass sie mehrsprachig aufwachsen und wissen, wie man sich in zwei oder mehr Kulturen bewegt.

Was war für dich ein Highlight an diesem Tag?

  • Ich habe den kreativen und praktischen Zugang zum Thema sehr geschätzt. Ein Rollenspiel war besonders interessant, bei dem einige Teilnehmende eine doppelte Rolle zugeordnet bekamen. Immer wieder mussten sie sich entscheiden, nach welcher Rolle sie sich verhalten. So konnten sie sich in die Spannung von Secondos einfühlen, die sich zwischen verschiedenen Identitäten hin- und hergerissen fühlen.

Was nimmst du aus diesem Seminartag mit?

  • Wir haben verschiedene Fallbeispiele gelesen. Die Secondos, die ihre Integration positiv erlebt haben, hatten Kontakt zu Menschen, die sich Zeit nahmen und ihnen ein offenes Ohr schenkten. Mit ihnen konnten die Secondos über Fragen sprechen, die sie zu Hause nicht stellen durften oder die ihre Eltern nicht verstanden hätten. Diese Beispiele ermutigen mich, mir auch mehr Zeit für Secondos zu nehmen.

.
Weitere Informationen zu den Seminaren siehe:
www.interculturel.info -> Angebote -> Bilden -> Ausbildung zum Integrationsbegleiter

Autor: Johannes Müller
Foto: JM
16.03.2018

Stabübergabe bei MEOS

März 14, 2018 by

Ein Partner der Arbeitsgemeinschaft interkulturell hat einen neuen Leiter. IdeaSpektrum berichtet:
Seit 55 Jahren gibt es den interkulturellen Dienst von MEOS in der Schweiz. In diesen Tagen geht der Leiter Martin Saegesser in Pension.

Für viele ist MEOS der Inbegriff für Literatur in verschiedensten Sprachen. Manche bringen die Organisation auch mit Übersetzungsarbeit an christlichen Anlässen in Verbindung. MEOS ist aber viel mehr: Ein Kompetenzzentrum für die Arbeit unter Migranten in der Schweiz. In diesem Jahr feiert MEOS sein 55-Jahr-Jubiläum. Kurz davor gibt es an der Spitze einen Wechsel.

Mehr als nur Medien

Martin Saegesser sagt im Gespräch mit ideaSpektrum, dass die Medien – MEOS führt Schriften, DVDs und Hörbücher in rund 100 Sprachen – zwar weiterhin ein wichtiges Standbein seien. „Aber heute ist es viel mehr. Wir leisten Hilfe in Wort und Tat.“ Die Mitarbeiter von MEOS unterstützen Immigranten bei der Integration. Sie führen Treffpunkte, geben Kurse und begleiten Ausländer/Asylanten bei Behördengängen. Saegesser scheint bis zum letzten Tag begeistert zu sein von dem, was er zusammen mit seinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern bewegen konnte: „Mich fasziniert die Vielfalt der Arbeit von MEOS. Nicht selten hatte ich Tage, da wechselte ich auf Schweizerboden drei bis vier Mal den Kulturkreis.“

Was den Leiter rückblickend nachdenklich stimmt, ist der mangelnde Weitblick vieler Christen. „Menschen, die ein Anliegen für Ausländer haben, entwickeln Ideen, ohne nach links und rechts zu schauen. Zum Teil meinen sie, sie müssten alleine das Rad neu erfinden.“ In diesem Bereich hätte Saegesser gewünscht, dass bestehende Ressourcen besser genutzt und geteilt würden.

Der Vernetzer Niklaus Meier

Nun gibt Martin Saegesser die Leitung von MEOS nach 15 Jahren ab und geht in Pension. Er lebt schon länger in Frankreich und möchte in Zukunft sein Wissen und sein missionarisches Anliegen in der Romandie einbringen. Niklaus Meier heisst sein Nachfolger. Der 51-Jährige war bis Juni 2017 bei der Arbeitsgemeinschaft Evangelischer Missionen AEM tätig. Er hat ein Herz für Mission in ihrer ganzen Vielfalt. Meiers besondere Liebe gilt aber den Afghanen. In Zukunft wird er nebst der Hauptleitung von MEOS auch viel Vernetzungs- und Öffentlichkeitsarbeit betreiben. Zum Team von MEOS gehören insgesamt 25 (Teilzeit-) Mitarbeitende und viele Ehrenamtliche.

Secondos integrieren

Welche Herausforderungen sieht Martin Saegesser in nächster Zukunft im interkulturellen Dienst? „Es ist wichtig, dass Hotspots rasch erkannt werden.“ Momentan definiert der scheidende Leiter die Brennpunkte in der grossen Anzahl Eritreer, die in die Schweiz gekommen sind. Zudem würden heute viele Secondos – unter anderem aus dem Balkan – hier leben. Deren Bedürfnisse seien anders als die der ersten Generation. Es sei den Schweizer Christen kaum gelungen, diese in die Kirchen zu integrieren.

www.meos.ch

Quelle: idea Spektrum Schweiz 07.2018
Foto: MEOS
14.03.2018

Interkulturelle Stille-Retraiten stossen auf Anklang

März 13, 2018 by

Viele Pastoren von internationalen Gemeinden leben intensiv. Sie arbeiten unter der Woche, um finanziell über die Runden zu kommen. In der Gemeinde sind neben dem Gottesdienst noch Anlässe an anderen Tagen. Für die Familie bleibt nicht viel Zeit – und fürs Auftanken noch weniger.

Im Juli 2017 und im Januar 2018 konnten Johannes und Barbara Müller zusammen mit Martin Voegelin zwei Stilleretraiten für internationale Pastoren, d.h. Leiter von Migrationskirchen, anbieten. Schon seit Jahren hatten sie ein solches Programm auf dem Herzen.

Mit 15 bzw. 16 Personen aus verschiedenen afrikanischen, asiatischen, lateinamerikanischen und südosteuropäischen Ländern und der Schweiz zogen sie sich für 24 Stunden ins Läbeshuus bei Thun zurück. In drei Blöcken nahmen sie sich Zeit, in die Stille zu finden, auf einen Bibeltext zu hören und in Gruppen miteinander auszutauschen.

Ein Teilnehmer schrieb, dass er genau die Führung von Gott bekommen hatte, die er brauchte. Andere drückten aus, dass es für sie wirklich neu gewesen sei, so auf Bibeltexte zu hören, aber dass sie Gottes Gegenwart erlebt haben und neu gestärkt wurden.

Autor: Johannes Müller
Foto: jm
13.03.2018

Download PDF
Bericht_Retraite_Sommer17

 

Nächste Retraite
Retraite 15.-16. Juni 2018

Neue digitale Präsenz der Arbeitsgruppe interkulturell

März 12, 2018 by

Ein Treffen bei einer Tasse Kaffee oder Tee ist in der interkulturellen Tätigkeit immer noch die wertvollste Art der Begegnung. Gleichzeitig braucht es vor oder eben gerade nach dem Treffen mit anderen Kulturen eine Verknüpfung oder eine Hilfestellung.

Die neue Webpage von interkulturell dient, dass das Wissen und die Beziehungen von Organisationen und Werken die interkulturellen Begegnungen ermöglichen und begleiten.

Auf der neuen Webpage findest der Leser…

  • Vernetzung zu Fachpartner
  • inspirierende Events
  • Grund- und Weiterbildungsangebote
  • eine Kontaktadresse, damit wir ihm ein Ohr für sein Anliegen leihen.

Die lange Aufbauphase ist nun zu Ende ist. Die neue Webpage leistet einen wertvollen Beitrag zur Vernetzung unter verschiedenen Kulturen, Projekte und Gruppen. Ein wiederkehrender Besuch auf die Webpage soll sich lohnen, da in Zukunft noch weitere Bereiche und Möglichkeiten freigeschalten werden.

Autor: Matthias Ettlin
Foto: AG interkulturell

Was ermutigt afrikanische Pastoren?

März 12, 2018 by

„Das Beste, das wir in der Gemeinde erlebt haben? Gottes Macht. Ein Christ war in Ausschaffungshaft. Die ganze Gemeinde hat gebetet und er wurde freigelassen. Das war ein Wunder. Unsere Gemeinde scheint klein zu sein, aber es passieren grosse Dinge mit Gott.“ P. leitet zusammen mit seiner Frau eine afrikanische Gemeinde in Zürich. Er war gern bereit, sich von mir über ihre Gemeinde interviewen zu lassen.

In der letzten Zeit haben wir einen Fragenkatalog zusammengestellt, um von afrikanischen Gemeindeleitern zu erfahren, welche Erfahrungen sie im Gemeindeleben und bei der Evangelisation machen. P. meinte: „Wenn man in der Schweiz die Leute in die Gemeinde bringen will, erlebt man nur Enttäuschungen.“ Von seiner Gemeinde aus gehen sie deshalb immer wieder auf die Strasse und sprechen Leute an. Die Kontakte sind gut, aber kaum jemand findet anschliessend den Weg in die Gemeinde.

Plötzlich hellte sich P.s Miene auf: „Am meisten erlebe ich mit jungen Menschen. Ein paar sind afrikanischer Herkunft, aber sie funktionieren wie Europäer, Secondos halt. Mit Afrikanern fühlen sie sich nicht wohl, mit Europäern auch nicht ganz. Gott hat mir irgendwie die Gabe gegeben, dass sie zu mir Vertrauen fassen. Ich treffe mich mit ihnen und bin regelmässig im Kontakt. Kürzlich haben sich zwei jungen Frauen entschieden, ganze Sache mit Jesus zu machen.“ Dank den Interviewfragen konnte P. erzählen, wie ihn Gott am meisten braucht. Am Schluss waren wir beide ermutigt.

Ein anderes Interview führte ich mit Pastor G.. Er leitet eine internationale Gemeinde in Zürich und legt grossen Wert darauf, dass sie nicht zu afrikanisch tickt. Im Worship lässt er höchstens einen afrikanischen Song zu. Nach dem Gottesdienst gibt es immer etwas zu knabbern, Köstlichkeiten aus aller Welt.

Pastor G. erzählte mir, dass er etwa alle zwei Monate einen Gottesdienst am Samstagabend veranstaltet. Im Programm setzt er gezielt Multimedia ein. Die Gemeindemitglieder sind aufgefordert, ihre Nachbarn oder Freunde einzuladen. Jedes Mal erscheinen neue Leute und einige haben sich schon für Jesus entschieden. Ganz begeistert blätterte G. durch die Fotoalben auf Facebook und zeigte mir Highlights von diesen Anlässen.

Gott braucht Afrikaner in der Schweiz, um sein Reich zu bauen. Wir erleben es als Vorrecht, durch African Link, unseren Dienst mit afrikanischen Gemeindeleitern, etwas davon mitzubekommen.

Autor: Johannes Müller
Foto: AGiK
12.03.2018

Gebetstag “Pray for Zurich” 2018

Januar 19, 2018 by

Am 06.01.2018 fand der 5. «Pray for Zurich»-Gebetstag statt. Der Tag wird von Anthony Joseph und seiner tamilischen Gemeinde TCF organisiert. Wiederum kamen viele Schweizer und Migranten zusammen, um vor Gott eins zu werden und für die Schweiz und besonders die Stadt Zürich zu beten. Der Anlass wurde von Migranten wie auch Schweizern gestaltet. Die Teilnehmenden waren sehr durchmischt und doch waren alle ein Leib als Geschwister im Glauben.

 

Der interkulturelle Gebetstag stand unter dem Motto «Miteinander». In vielen Vorträgen wurde die Wichtigkeit der Einheit als Brüder und Schwestern, egal ob Schweizer oder Migranten, betont, und die Stimmung war sehr familiär. In mehrsprachigem Lobpreis von der Rehoboth-Band der TCF-Gemeinde, in kreativen und abwechslungsreichen Gebetszeiten und inspirierenden Inputs wurden die Teilnehmer ermutigt und herausgefordert, Licht und Salz zu sein in ihrem Umfeld. Ein Highlight war der Besuch von Sister Emily, die extra aus Sri Lanka angereist war, um prophetische Worte für Europa, die Gott ihr gegeben hatte, weiterzugeben.

 

Highlights aus Inputs
Thomas Ucar, Leiter der Jesus Parade und EDU-Politiker, leitete die Anwesenden zu Beginn in der Busse und sprach über 1. Könige 18, 41-45, wo Elia sieben Mal für Regen betete und seinen Diener schickte und es erst nach dem 7. Mal anfing zu regnen. Er erklärte, unsere grösste Sünde sei unsere fehlende Beharrlichkeit und dass wir zu schnell aufgeben und denken, Gott erhöre unsere Gebete nicht. Dabei müssten wir nur standhaft bleiben, damit wir erleben, wie Gott wirkt. Ausserdem würden wir nicht unsere Verantwortung wahrnehmen, die wir in der Gesellschaft haben. Anschliessend gingen alle gemeinsam auf die Knie.

 

Pensy Schümperli, Leiterin von der Gebetskette für die Schweiz, sprach über den Preis der Erweckung, nämlich dass es alles koste, unsere Zeit, unser Geld, unsere Prioritäten, einfach alles, wenn wir Erweckung sehen wollten. «Auch die Jünger erlebten Erweckung zusammen mit Verfolgung.» «Seid ihr bereit dafür? Wollt ihr das?», forderte sie die Zuhörer auf. Anschliessend beteten alle laut für Erweckung.

 

Sister Emily teilte ihre Prophetie, die sie erhalten hatte: «Gott prophezeit über Europa wie in 1. Mose 1,3: Es werde Licht!.» Die Dunkelheit kommt automatisch dort, wo die Menschen das Licht ablehnen, das ist in der EU passiert. Doch Gott will wieder Licht in die Dunkelheit in der Gesellschaft, und damit Frieden, bringen. Einige hier werden wie Joseph und Daniel, Debora und Esther sein und die Gesellschaft verändern. Es ist Zeit aufzustehen, Busse zu tun und die Wahrheit zu proklamieren. Alles Böse wird ausgerissen und ausgemerzt, wenn Gottes Licht in die Welt scheint.

 

«Heirate die Schweiz», war das Thema von Pastor Larwin, einem tamilischen Pastor aus Basel, der seit 30 Jahren in der Schweiz lebt und jetzt stolzer Schweizer ist. Er habe von Gott eine Last für die Schweiz aufs Herz gelegt bekommen und bete seitdem leidenschaftlich für das Land. «Wenn man jemanden wirklich liebt, betet man ganz anders.» Das habe er auch so erlebt und jetzt bete er immer mit der Schweizer Flagge um seine Schultern, die er auch immer im Gepäck hat. «Gott hat die Schweiz geheiratet, habt ihr die Schweiz auch geheiratet? Wenn nicht, könnt ihr das jetzt tun!», ermutigte er die Beter.

 

Eine Teilnehmerin war sehr ermutigt davon, dass es solch einen Gebetsanlass auch für Zürich gibt, da sie von dem erstaunlichen Wandel in der Stadt Fresno in Kalifornien gehört hatte. Fresno, das durch eine Gebetsbewegung von der Stadt mit der meisten Gewalt zur friedlichsten Stadt des Landes transformiert wurde. Deshalb ermutigte sie, dranzubleiben und weiterhin regelmässig für die Stadt und die Nation im Gebet einzustehen.

 

Zum Abschluss betonte Organisator Pastor Anthony, dass «Pray for Zurich» nicht nur an diesem Tag sei, sondern jeden Tag. Beim Abschlusslied wurden die 26 Kantonsfahnen zusammen mit Gebetsfahnen zu einem fröhlichen Gebetsmarsch im Kreis durch die Halle getragen, stellvertretend für das Einstehen im Gebet für die Schweiz.

 

Der nächste Gebetstag ist am 5.1.2019 wieder in der Kirchgemeinde Neumünster geplant.

 

(Autor: Anja Janki)

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